Starker Gegenwind

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241 Meter hoch werden sie sein. Bis zu fünf an der Zahl. Sie sind vom Typ V 150 und gehören zu den modernsten Windkraftanlagen, die der Markt derzeit zu bieten hat. Auf dem Höhlerberg zwischen Lich und Fernwald sollen sie entstehen, die Planungen laufen. Am Dienstagabend stellten die Investoren das Windpark-Projekt im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Anneröder Bürgerhaus vor – und sahen sich heftigem Gegenwind ausgesetzt. Eine im Anschluss geplante gemeinsame Sitzung von Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss, in der das Thema ebenfalls auf der Tagesordnung stand, wurde vertagt. Die Mandatsträger sahen sich nicht in der Lage, zu diesem Zeitpunkt bereits eine Beschlussempfehlung abzugeben

241 Meter hoch werden sie sein. Bis zu fünf an der Zahl. Sie sind vom Typ V 150 und gehören zu den modernsten Windkraftanlagen, die der Markt derzeit zu bieten hat. Auf dem Höhlerberg zwischen Lich und Fernwald sollen sie entstehen, die Planungen laufen. Am Dienstagabend stellten die Investoren das Windpark-Projekt im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Anneröder Bürgerhaus vor – und sahen sich heftigem Gegenwind ausgesetzt. Eine im Anschluss geplante gemeinsame Sitzung von Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss, in der das Thema ebenfalls auf der Tagesordnung stand, wurde vertagt. Die Mandatsträger sahen sich nicht in der Lage, zu diesem Zeitpunkt bereits eine Beschlussempfehlung abzugeben

Den Investoren – die Green City Energy aus München und die Koehler Renewable Energy aus Oberkirch – allerdings drängt die Zeit. Für zwei von vier Anlagen, die auf Besitz des Licher Fürstenhauses entstehen sollen, haben sie den Antrag für das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium eingereicht. Für drei weitere, eine davon würde auf Fernwalder Gebiet gebaut, ist dies für Dezember angedacht. Bevor die Projektierer aber mit ihren Planungen fortfahren, wünschen sie sich ein positives Signal seitens der Kommune, denn die notwendigen Kartierungen und Gutachten kosten Geld. Projektleiter Martin Demmeler sprach zudem von "Synergieeffekten", wenn nur einmal gebaut werde.

Beim Publikum, gut 60 Zuhörer plus Vertreter der gemeindlichen Gremien, stieß das Vorhaben auf wenig Gegenliebe. Im Gegenteil, die Grundstimmung war mehr als kritisch. Zusätzlichen Lärm und zu geringe Abstände zur Wohnbebauung befürchteten die einen, sinkende Immobilienpreise andere. "Ich hoffe, dass Sie sich nicht dafür entscheiden", sagte ein Besucher in Richtung Kommunalpolitiker.

"Wir müssen mit einem Gutachten nachweisen, dass wir Schallgrenzwerte einhalten", ebenso Mindestabstände zu Siedlungsflächen, Vorgaben zu Schattenwurf und Naturschutz, versuchten Demmeler und sein Kollege Robert Giemsa dagegenzuhalten. "Wenn die Behörde im Nachhinein sagt, ihr dürft die Anlagen nachts nicht mehr betreiben, ist das für uns ein wirtschaftlicher Totalschaden", so der Projektleiter mit Blick auf die Schallimmission. Die erhitzten, mitunter aggressiven Gemüter ließen sich so nicht besänftigen. Vielleicht auch deshalb, weil die Experten einige Informationen schuldig blieben. Beispielsweise eine Visualisierung der Anlagen aus Fernwälder Sicht oder eine aussagekräftige geografische Darstellung der Fläche. "Es ist ein bisschen dürftig, was hier präsentiert wird", fasste es ein Zuhörer zusammen.

Demmeler konterte: "Wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium der Planungsphase." Die Koordinaten seien noch nicht fix, die Lieferung der genauen Details nicht möglich. Das allerdings will er zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Demmeler versprach, fortlaufend zu informieren. Für Ende Mai beispielsweise ist ein Standort-Spaziergang geplant, bei dem die Bürger willkommen sind. Der genaue Termin steht noch nicht fest

Bürgermeister Stefan Bechthold wies mehrfach darauf hin, dass die Gemeinde lediglich Einfluss auf die auf Fernwalder Gemarkung geplante Windkraftanlage habe. Bechthold: "Was das fürstliche Gebiet angeht, werden wir nicht gefragt." Die Gemeinde müsse sich entscheiden, ob sie von dem Projekt profitieren wolle. Rechnen könnten die Fernwälder mit einer fünfstelligen Pachteinnahme. Grünberg und Rabenau beispielsweise erhalten jährlich gut 20 000 Euro pro Anlage.

Und wie sieht der zeitliche Fahrplan aus? Was die ersten beiden Anlagen angeht, hoffen die Investoren Ende des Jahres mit einer Entscheidung seitens des Regierungspräsidiums, wie Giemsa nach der Veranstaltung auf GAZ-Anfrage erklärte. Im Fall einer Genehmigung folgt die Teilnahme an einer bundesweiten EEG-Ausschreibung. Erhalten Green City Energy und Koehler Renewable Energy den Zuschlag, könnten die Windräder im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen. Ein halbes Jahr länger wird es dauern, wenn die drei anderen Anlagen ebenfalls gebaut werden.

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