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Das Schneeflockengedicht des Plattschwätzers

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Schnee sucht man derzeit im Landkreis Gießen vergebens. Karl-Heinz Theiß hat dennoch ein Gedicht über Schneeflocken verfasst: "Wann’s endlich wirreamoo so richdij schnaid, dann eas eas irschd so richdij Weandeardsaid [Wenn es erst wieder richtig schneit, dann ist auch erst wieder richtig Winterzeit]. Hach - woas eas dear doas so ea richdij Froaid, wann’s dauß deggea waißea Floggea schnaid [Ach was ist es eine Freud, wenn es draußen weiße Flocken schneit].

Huug owea aus dea Wolgea Nommear oachd, hu sich dswu Floggea off dea Wääg geamoachd [Aus der Wolke Nummer acht, da haben sich Flocken auf den Weg gemacht]. Sea bleawwea innearwäägs noch ea wingg baineh. Wu sea hurdij landea wenn, wärn mear glaich seh [Sie bleiben erstmal zusammen, wo sie zu landen hoffen, ist noch offen].

Freegd die Irschd: "Wu widd Du da gärn hieh?" [Fragt die Erste: "Wo gehst du hin?"] Die Annear: "Ei off’n Hohrodskobb - do eas schieh. Aich sädsea mich off ea Fichd ean beadroachdea die Wäld. Doas wier härrlich - doas wiersch, woas mir geafälld" [Antwortet die Gefragte: "Auf den Hoherodskopf, da ist es schön. Ich setze mich auf die Fichte und betrachte die Welt. Das wird herrlich, das ist, was mir gefällt"].

"Ean nu, mai Goaud", so die Dswääd - "woas schdällsd Du Dear fiehr?" [Fragt die Erste: "Wo willst du hin?"] "Aich will nooch Franggfurd - meaddea neann - meaddea off die Dsail. Do sehd mear ea Masse voo Menschea alleawail. Ean eds, main läiwea Schads, fang nur nidd oo sea lachea. Säeald kann mear als Schnäiflogg so richdij Panigg geamachea" ["Ich will nach Frankfurt, mitten auf die Zeil. Da sind stets Massen von Menschen, alleweil! Und fange jetzt nur nicht an zu lachen: Da kann man als Schneeflocke richtig Panik machen"]. Stimmt, da hat der Mittelhesse keine Angst vor... pm/SYMBOLFOTO: DPA

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