Die »Plattschwätzer« und die Dichtkunst

  • vonRedaktion
    schließen

Für manche Menschen gibt es derzeit nicht viel zu lachen. Dabei ist Lachen die beste Medizin - auch gegen den Corona-Koller in den eigenen vier Wänden. Die »Plattschwätzer« helfen darum gerne bei der Therapie. Karl-Heinz Theiß hat ein kleines humoristisches Stück in Mundart vorbereitet.

»Eas woar eamoo en Groof ean där hadd en Lagai [Es war einmal ein Graf und der hatte einen Lakaien]. Eeneas Doags saad dea Groof dsoau dem Lagai: ›Aich hu geadichd. Hirr eamoo dsoau [Eines Tages sagte der Graf zu dem Lakaien: ›Ich habe gedichtet. Höre einmal zu]. Hirr Joahn - main allearbäsdear, aich hue ea Dächdealmächdeal med Daijear Schwäeasdear!‹ [›Höre Johann - mein allerbester, ich habe ein Techtelmechtel mit Deiner Schwester!‹].

›Nidd schlächd‹, saad dea Lagai Joahn. Doas kann aich aach [›Nicht schlecht‹, sagte der Lakai Johann und dachte sich: Das kann ich auch]. ›Hirrn Sea mir eamoo dsoau. Aich sai dea Lagai Joahn ean hu so aud med Äeahrear Fraa.‹ [›Hören Sie mir einmal zu. Ich bin der Lakai Johann und habe etwas mit Ihrer Frau.‹]

Do sääd dea Groff: ›Ai Joahn - doas raimd sich jo goar nidd‹ [Da sagt der Graf: ›Ei Johann - das reimt sich ja gar nicht‹]. ›Oawear dodefier schdimmds!‹, saad dea Lagai Joahn ean hodd iwwear allea Baggea geaschmunseald [›Aber dafür stimmt’s!‹, sagte der Lakai Johann und schmunzelte über beide Backen].«

Da hat der Lakai seinen Herren aber gehörig auf den Arm genommen. pm

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare