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2021 soll der Neubau an der Grundschule Annerod beginnen. Erste Vorplanungsentwürfe gibt es bereits. (Archivfoto: ti)

Parlament will Pläne sehen

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Fernwald (ti). Die Sorge der Fernwalder Elternschaft war groß, als im April vergangenen Jahres der Gedanke von Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl öffentlich wurde, die Albacher Kinder künftig nicht mehr nach Steinbach, sondern nach Annerod zur Schule zu schicken. In der Folge wurde viel diskutiert, mitunter sehr emotional. Das ist 16 Monate her und die Idee längst vom Tisch. Mehr noch. Wie es mit der Fernwalder Schullandschaft angesichts steigender Schülerzahlen weitergehen soll - Neubau in Annerod, Erweiterung in Steinbach -, ist längst bekannt. Was aber hat sich seitdem getan? Das fragen sich in Fernwald vor allem Mütter und Väter. Die Fraktion der Freien Wähler hatte deshalb in der Gemeindevertretung einen Antrag vorgelegt, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Sie fordern, dass ein Vertreter des Landkreises in der nächsten Bauausschusssitzung die Planungen für Neubau und Erweiterung vorstellt und Stellung zu den Zeitplänen nimmt.

"Wir erachten es als dringend notwendig, dass man uns informiert", erklärte FW-Fraktionsvorsitzende Ulrike Bell-Rieper. "Wir werden von vielen Eltern angesprochen, haben aber keine Antworten für sie." Die übrigen Mandatsträger sahen das ebenso. Einstimmig wurde der Antrag befürwortet.

Und was hat sich seit der Entscheidung über den geplanten Neubau in Annerod ergeben? "Vorbehaltlich der Zustimmung der Kreisgremien soll das für den Neubau benötigte und im Eigentum der Gemeinde Fernwald stehende Grundstück im Rahmen eines Erbpachtvertrages an den Landkreis übergehen. Und zwar noch in diesem Jahr", erklärte Kreis-Pressesprecher Dirk Wingender auf Anfrage der Gießener Allgemeinen.

Vorentwürfe vorhanden

Als Gegenleistung sind der Abriss des auf dem Grundstück stehenden Hochbehälters und die Herstellung zusätzlicher Parkflächen in Angrenzung an das neue Schulgebäude durch den Landkreis vorgesehen. Bürgermeister Stefan Bechthold trug im Parlament die Antworten des Schulträgers vor. Demnach liegen bereits erste Vorplanungsentwürfe für das Gebäude und das Außengelände mit ausreichend großer Schulhoffläche vor. Eine erste grobe Schätzung weist Baukosten von rund sieben Millionen Euro aus. Im nächsten Schritt, so Wingender, wird ein Architekturbüro beauftragt. Baubeginn soll wie geplant im Frühjahr 2021 sein.

Was die Erweiterung der Grundschule in Steinbach angeht - die wird nicht vor 2023/24 kommen, so der Kreis-Pressesprecher. Demnach ist zum jetzigen Zeitpunkt auch noch unklar, welche der beiden im November vergangenen Jahres präsentierten Varianten mehr Platz schaffen wird. Entweder der Ersatz des alten Pavillons durch ein neues Holzhaus, das bis zu vier Klassen Platz bietet (infrage käme eine der ehemaligen Flüchtlingsunterkünfte, die für Schulzwecke umgebaut werden könnten) oder ein Um- beziehungsweise Neubau ab jener Stelle, wo jetzt noch die kleine Halle steht.

Dann könnte man die alte Schule und diesen Bau miteinander verbinden und idealerweise gleich mit einem Fahrstuhl ausrüsten, um Barrierfreiheit zu schaffen. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik.

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