Orgelsanierung im Blick

Die Kirche in Steinbach und auch die Orgel in ihrem Inneren werden in diesem Jahr 170 Jahre alt. Deshalb haben sich die Kirchengemeinde und die Steinbacher Chöre zusammengetan und die Idee für ein gemeinsames Konzert und einen Projektchor ausgearbeitet.

Die Kirche in Steinbach und auch die Orgel in ihrem Inneren werden in diesem Jahr 170 Jahre alt. Deshalb haben sich die Kirchengemeinde und die Steinbacher Chöre zusammengetan und die Idee für ein gemeinsames Konzert und einen Projektchor ausgearbeitet.

Mit von der Partie bei dem großen Jubiläumskonzert am 27. Oktober in der Kirche in Steinbach werden der Evangelische Frauenchor und der Chor "Gospel & More" sein, beide unter der Leitung von Sabine Schneider-Platt. Der Männerchor Eintracht unter der Leitung von Axel Pfeiffer wird zu hören sein, ebenso der Kinderchor "Steinbacher Spatzen" mit Renate Schygulla als Dirigentin. Die Förster-Orgel wird Kirchenmusikerin Yeorang Kim-Bachmann zum Klingen bringen.

Als Sahnehäubchen auf diese musikalische Geburtstagstorte soll es noch einen gemischten Projektchor geben: Hier sind auch Sängerinnen und Sänger anderer Chöre eingeladen, mitzumachen. Ebenso weitere Sangesbegeisterte ohne Chorerfahrung. Sabine Schneider-Platt wird auch hier die Leitung übernehmen, unterstützt wird sie dabei von Axel Pfeiffer. Vom Projektchor zu hören sein sollen die Lieder "Ubi Caritas" von Audrey Snyder, der Siegersong des Eurovision Song Contests von 1979 "Hallelujah" (Kobi Oshrat) und "Jesus bleibet meine Freude" von Johann Sebastian Bach.

Doch neben dem Kirchenjubiläum gibt es auch ein "Sorgenkind", das mit dem Konzert unterstützt werden soll: die Steinbacher Kirchenorgel. Diese ist nach 170 Jahren nämlich stark in die Jahre gekommen und benötigt eine grundhafte Sanierung, wie Pfarrer i. R. Wolfhard Düver erklärt. Und gerade für diese Sanierung, die in den kommenden Jahren anstehen wird, sollen die Einnahmen des Konzerts verwendet werden.

Gebaut wurde die Orgel vom Licher Orgelbauer Johann Georg Förster, dem Gründer der heutigen Orgelbaufirma "Förster & Nicolaus". Sie weist einige Besonderheiten auf, die sie (fast) einzigartig machen: So ist in der Orgel auch eine Tastenharmonika, eine sogenannte Physharmonika enthalten.

Und sollte dann mit der Sanierung der Orgel begonnen werden, könnte in dessen Zuge vielleicht auch ein weiteres Problem behoben werden: Die Traktur der Orgel ist sehr schwergängig – sie ist die Verbindung zwischen den Tasten und den Pfeifenventilen. "Wenn man einen Abend lang spielt, hat man schon mehrere Tonnen bewegt", erklärt Düver. "Wenn das etwas leichtgängiger wäre, könnte man auch schnellere Stücke hier besser spielen", sagte Chorleiterin Sabine Schneider-Platt. Ob sich dieser Wunsch verwirklichen lässt, das wird aber erst die Begutachtung eines Sachverständigen ergeben. Geschätzt wird mit Sanierungskosten im mittleren fünfstelligen Bereich – viel Geld für die Kirchengemeinde. Im Kirchenraum wurde deshalb eine Orgelpfeife als Spendendose aufgestellt. Außerdem ist es möglich, auf das Konto der ev. Kirchengemeinde Steinbach, IBAN DE16 5139 0000 0010 0054 34 bei der Volksbank Mittelhessen zu spenden – mit dem Stichwort "Orgel Steinbach". Auf Wunsch stellt die Kirchengemeinde auch Spendenquittungen aus.

"Warum tun wir das überhaupt, Orgeln sind doch gar nicht mehr zeitgemä?, fragt Düver – und gibt die Antwort: "Wir haben die Orgel von den Generationen vor uns übergeben bekommen und müssen sie auch für die kommenden Generationen erhalten. Nach 170 Jahren soll es an uns nicht scheitern." Geprobt wird zunächst getrennt – die Frauen donnerstags ab 20 Uhr, die Männer dienstags ab 20 Uhr, im Gemeindezentrum.

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