+

Das "nau Gäißkännchea" auf dem Friedhof

  • vonred Redaktion
    schließen

Wer vom Dorf kommt, der weiß: Auf dem Friedhof wird von den Besuchern auch gern mal ein Schwätzchen gehalten. So auch - natürlich in Mundart - in der neuesten Folge der "Plattschwätzer".

"Die Heweagridd hadd sich ea nau Gäißkennchea geakaafd [Die Hefegritt hatte sich eine neues Gießkännchen gekauft]. Däi Dsehjealiddearkann woar ear sea schwier woann - eds hodd sea ea Fünfliddearkennchea - doas eas laichdear [Die Zehnliterkanne war ihr zu schwer geworden - jetzt hat sie ein Fünfliterkännchen - das ist leichter].

Med dem nauea Kennchea moachd sea sich off dea Kirchowead, im die Blommea off eam Groab vo äeahm Jusdus sea läggea [Mit dem neuen Kännchen machte sie sich auf den Friedhof, um die Blumen auf dem Grab von ihrem Justus zu gießen]. Säeald draff sea die Moarri aus dea Bruchgass [Dort traf sie die Marie aus der Bruchgasse].

Sea hu ea Wail merreanee geaschwasd ean kuumea auch off doas nauea Gäißkennchea sea schwädsea [Sie haben eine Weile miteinander geschwätzt und kamen auch auf das neue Gießkännchen zu sprechen]. Die Moarri fregd: ›Meensdea da, doass sich doas noch rendierd?‹ [Die Marie fragt: ›Meinst Du denn, dass sich das noch rentiert?‹].

Glaich heanneadroff sääd sea: ›Eas eas Dsaid - aich will mich eamoo heemmachea.‹ [Kurz darauf sagt sie: ›Es ist Zeit - ich will mich mal nach Hause machen‹]. Die Heweagridd woar nidd off die Schnuud geafann ean fregd rächd schbeads: ›Meensdea da, doass sich doas noch rendierd?‹ [Die Hefegritt war nicht auf den Mund gefallen und fragt recht spitzt: ›Meinst Du denn, dass sich das noch noch rentiert?‹]"

Karl-Heinz Theiß, Verfasser dieser Geschichte, findet, dass sie die Grundzüge der Mundart widerspiegelt: offen, ehrlich und direkt.pm/FOTO: PAD

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare