"So schön kann nur die erste Liebe sein": Die Fernwald-Musikanten und Nora Schmidt (r.) im Duett mit Heinz-Herbert Walb vor der Gemeindeverwaltung in Steinbach.	FOTO: IK
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»So schön kann nur die erste Liebe sein«: Die Fernwald-Musikanten und Nora Schmidt (r.) im Duett mit Heinz-Herbert Walb vor der Gemeindeverwaltung in Steinbach. FOTO: IK

Musikalischer Befreiungsschlag

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Fernwald (ik). Die Außentemperatur von maximal 13 Grad im Schatten und selbst bisweilen kräftiger Wind hielten zahlreiche Anhänger der Fernwald-Musikanten am Sonntagnachmittag nicht davon ab, an einer besonderen Zusammenkunft teilzuhaben. Die öffentliche Probe war gleichzeitig das erste Konzert der beliebten Blaskapelle in diesem Jahr. Für genügend Abstand war gesorgt vor der Fernwaldhalle in Stei nbach, als sich die rund zwei Dutzend Musiker unter der musikalischen Leitung von Heinz-Herbert Walb unmittelbar vor dem Eingang zur Gemeindeverwaltung platzierten.

Dankbares Publikum

Dennoch wies Orchestersprecher H orst Hahn mehrfach darauf hin, dass sämtliche Zuhörer den behördlichen Vorgaben Folge zu leisten und sich in Anwesenheitslisten einzutragen hatten. Das war quasi der »coronabedingte Eintrittspreis« für einen rund zweistündigen Melodienreigen, bei dem immer wieder gerne mitgeklatscht und -geschunkelt wurde.

Einer »Blasmusik, die Freude macht« hat sich das Ensemble seit mehr als 30 Jahren verschrieben; mit der Zeit ist eine stattliche Fangemeinde aus Mitgliedern weit über die Gemeindegrenzen hinaus entstanden. Allein für 2020 waren elf Konzerte gebucht - besonders gefreut hatten sich die Akteure auf ihre Gastspiele auf dem Schiffenberg, im Laubacher Schlosspark und im Kurpark von Bad Endbach. Dann kam Corona - alles abgesagt.

Bei den geltenden Hygienevorschriften war es für das Ensemble so gut wie unmöglich, im Training zu bleiben, geschweige denn neue Stücke einzustudieren. Selbst die vereinseigene Dieter-Hahn-Turnhalle der Turn- und Sportgemeinde (TSG) Steinbach, zu der die Fernwald-Musikanten gehören, war für die Probenarbeit zu klein - dort hätten die erforderlichen Abstände nicht eingehalten werden können.

»Aber wir sind keine Solisten, sondern eine Gruppe, die zusammen spielen muss. Bis zum Sommer gab es erstmal keinen Übungsbetrieb«, erinnerte Horst Hahn. Da der Schützenverein Steinbach/Garbenteich dann aber den Musikern sein Areal zur Verfügung stellte, eröffnete sich eine Möglichkeit zum Weitermachen. »Da hörten wir zwar immer auf der einen Seite den Lärm von der Autobahn, aber so langsam haben wir uns herangetastet«, sagte Hahn.

Nun hatten sie es also gewagt, öffentlich aufzutreten - angesichts des guten Zuspruchs geriet die besondere Probe zu einem musikalischen Befreiungsschlag für die Akteure, die mit großer Spielfreude sowohl Werke des Altmeisters der böhmischen Blasmusik, Ernst Mosch, als auch jüngerer Blasmusik-Komponisten interpretierten.

Eine besondere Note verlieh Gastsängerin Nora Schmidt dieser Veranstaltung; sie war spontan für die verhinderte Duosängerin Ina Adams eingesprungen. »Warum denn nicht? Auch in meinem Kalender stehen keine anderen Termine«, merkte sie augenzwinkernd mit Verweis auf die Corona-Folgen an, die sich gravierend auf die Auftragslage der Künstler auswirken. So gab Nora im Duett mit Kapellmeister Walb beschwingte Stücke wie etwa »So schön kann nur die erste Liebe sein« zum Besten. Zur Belohnung gab’s wiederholt reichlich Applaus.

»Das alles gibt uns Schwung, wieder mit Zuversicht in die Zukunft zu sehen«, versicherten die Fernwald-Musikanten ihrem treuen Publikum.

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