Musik ohne Grenzen

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Seit zehn Jahren gibt es das von Georgi Kalaidjiev und Maria Hauschild gegründete Projekt "Musik statt Straße". Es verhilft Kindern aus dem Armenviertel von Kalaidjievs bulgarischer Heimatstadt Sliven zu einer neuen Lebensperspektive (die Gießener Allgemeine berichtete). Wieviel Anteil das Projekt erfährt, ließ sich an der großen Zahl der Besucher ablesen, die zu einem Benefizkonzert des Multikulturellen Orchesters am Freitagabend in die evangelische Kirche von Annerod gekommen waren. Pfarrer i. R. Rolf Klingmann führte durch das Programm. Er versprach "Musik, die die Herzen über Grenzen hinweg bewegt."

Seit zehn Jahren gibt es das von Georgi Kalaidjiev und Maria Hauschild gegründete Projekt "Musik statt Straße". Es verhilft Kindern aus dem Armenviertel von Kalaidjievs bulgarischer Heimatstadt Sliven zu einer neuen Lebensperspektive (die Gießener Allgemeine berichtete). Wieviel Anteil das Projekt erfährt, ließ sich an der großen Zahl der Besucher ablesen, die zu einem Benefizkonzert des Multikulturellen Orchesters am Freitagabend in die evangelische Kirche von Annerod gekommen waren. Pfarrer i. R. Rolf Klingmann führte durch das Programm. Er versprach "Musik, die die Herzen über Grenzen hinweg bewegt."

Zum Auftakt der musikalischen Reise spielte das Orchester ein Lied aus Griechenland, gefolgt von einem Tanz aus Bulgarien. Klingmann erinnerte an die Hilfsgüter, die Kalaidjiev und Hauschild bei ihren Besuchen in Sliven stets mit sich führen. Im Vorfeld einer dieser Fahrten hatte die Anneröderin Lizan Auernigg Spielsachen und anderes, "was Freude macht", gesammelt und an Kalaidjiev übergeben.

2570 Euro Erlös

Am Freitagabend gab die junge Pianistin eine Sonatine von Beethoven zu Gehör, gefolgt von einem Liebeslied. Die musikalische Reise nahm Schwung auf mit einem Klezmer-Titel, und fast hätte man ein mitreißendes Echo aus dem Publikum erwartet. Das mittelhessische Temperament ließ immerhin einen Bravo-Ruf zu – und begeisterten Applaus.

Wie ein roter Faden zog sich das Thema "Liebe" durch die dargebotenen Stücke, sowohl deren Schönheit als auch deren Tragik aufgreifend. Özkan Salman beschrieb in einem türkischen Lied, wie zwei Menschen unterschiedlicher Kulturen die Feindschaft früherer Generationen überwinden können.

Weitere Solisten waren Mehtap Arslan, Marco Konrad und Ramia Zaaroun. Als Gastinterpreten entführten Martin und Manuela Gärtner ihr Publikum zunächst nach Spanien und gaben zwei Arien aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet. Von Spanien ging es mit einem großen Sprung nach Norwegen, zu Solvejg und Peer Gynt und zur Musik von Edvard Grieg. Als sehr bewegend erwies sich die Filmmusik aus "Schindlers Liste", hier gespielt von Martin Gärtner am Klavier und Georgi Kalaidjiev an der Geige. Gärtners künstlerische Bandbreite zeigte sich bei einem Ausflug zum Kabarett. Hier ging es zunächst um Utopien, die – wie im Fall von "Musik statt Straße" – zur Realität werden können. Für Vergnügen sorgte Gärtner mit humorvollen Beispielen zu der Erkenntnis, dass Liebe sprachliche Grenzen überwinden kann – ob im Badischen, im Niederländischen oder in Sachsen. Martin und Manuela Gärtner beendeten ihren Auftritt mit einem Quodlibet.

Das Projekt "Musik statt Straße" hat einigen hundert Kindern aus dem Armenviertel von Sliven den Zugang zu Bildung und einer musikalischen Erziehung eröffnet. Es durchbricht insoweit Traditionen, als es Mädchen, die bislang zu früher Ehe gezwungen wurden, eine neue Lebensperspektive bietet. Im August kommt eine Gruppe junger Musiker aus Sliven nach Gießen und Umgebung. Lizan Auerniggs Vater überreichte eine Spende von 500 Euro, die bei einem Sommerfest der Siedlung am Ouderkerkplatz zusammengekommen war. Die beim Konzert in Annerod insgesamt gesammelten Spenden in Höhe von 2570 Euro sollen zur Finanzierung des Aufenthalts der jungen Musiker aus Sliven beitragen.

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