Mittlerweile 69 Coronafälle in Seniorenresidenz

  • vonChristina Jung
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Fernwald(ti). Schon Mitte vergangener Woche war die Situation in der Senioren-Residenz in Annerod angespannt, an besinnliche Weihnachten nicht zu denken. Das hatte Andreas Lutz, der Leiter der Einrichtung, im Gespräch mit dieser Zeitung am Mittwoch geäußert. Nur wenige Tage später dann die schockierende Nachricht: 52 Bewohner und sechs Pflegekräfte wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Das Gesundheitsamt veranlasste die Isolierung der Betroffenen und die tägliche Testung des Personals.

Seitdem wurden in der Einrichtung in Annerod weitere Corona-Fälle bekannt. "Aktuell sind 54 Bewohner und 15 Mitarbeiter auf Covid-19 positiv getestet", sagte gestern auf GAZ-Anfrage Alja-Claire Dufhues, eine Sprecherin der Alloheim Seniorenresidenzen SE in Düsseldorf. Fast die Hälfte der 110 Bewohner ist demnach betroffen, außerdem etwa 15 Prozent der 98 Mitarbeiter.

"In unserer Einrichtung in Annerod werden die in Ab- und Rücksprache mit den Behörden getroffenen umfassenden Isolations-, Schutz- und Hygienemaßnahmen umgesetzt", sagt Dufhues. Das heißt konkret: Alle positiv getesteten Bewohner sind in ihren Zimmern isoliert. Auch die übrigen Senioren seien dazu angehalten, auf ihren Zimmern zu bleiben. Mahlzeiten würden nur noch dort ausgegeben. Alle Bewohner der Einrichtung würden engmaschig beobachtet, beispielsweise durch mehrmaliges tägliches Fiebermessen und Symptomkontrollen, so Dufhues. "Die positiv getesteten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne."

Keine Besuche

Besuche sind in der Einrichtung derzeit nicht möglich, auch nicht an den Weihnachtsfeiertagen. Um den Bewohnern den Kontakt mit den Angehörigen zu ermöglichen, würden diese bei Telefonaten unterstützt, sagt die Sprecherin. "Auch die Videotelefonie ist möglich, so dass sie sich nicht nur unterhalten, sondern einander auch sehen können." Darüber hinaus sei es möglich, sich im Erdgeschoss durch die Fenster zu sehen.

Trotz der aktuellen Situation liefen die Planungen für die Feiertage (Weihnachtsmenü, Geschenke, etc.) weiter. "Was genau umgesetzt werden kann, hängt allerdings von der weiteren Entwicklung der Corona-Infektionen ab", erklärt Dufhues.

Mit den Angehörigen stehe man in Kontakt. Sie zeigten ebenso Verständnis für die Notwendigkeit der getroffenen Maßnahmen wie die Bewohner selbst, sagt Dufhues.

In Fernwald ist die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner) mit dem Corona-Ausbruch im Alloheim am Freitag auf über 1000 gestiegen. Gestern lag sie bei 1070,8. Sieht der Landkreis in solchen Fällen verschärfte Maßnahmen in betroffenen Kommunen vor? Möglichkeiten gäbe es, sagt auf GAZ-Anfrage Kreispressesprecher Dirk Wingender. Das sei in diesem Fall aber nicht vorgesehen, da es sich nicht um ein diffuses Infektionsgeschehen in der Gemeinde handele, sondern eine einzelne Einrichtung betroffen sei. Von den 110 Fällen in Fernwald sind allein 54 Bewohner der Seniorenresidenz.

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