ik_Orchester_091121_4c
+
Das Multikulturelle Orchester unter der Leitung von Georgi Kalaidjiev (l.) umrahmt die Feierstunde im Bürgerhaus Annerod.

Mit Ehrentitel in »Ruhestand«

Fernwald (zy). »Ohne das Ehrenamt geht es nicht«: Zu dieser Erkenntnis kommen Kommunen immer wieder und ehren daher mit Stolz das langjährige Wirken engagierter Menschen. Am Freitagabend wurden daher auch in Fernwald Ehrenbezeichnungen an drei Personen verliehen. Zudem wurden 28 Mandatsträger feierlich aus ihrem Amt verabschiedet. Rund 50 Gäste waren im Bürgerhaus Annerod mit von der Partie und genossen neben der Musik des Multikulturellen Orchesters unter Leitung von Georgi Kalaidjiev auch einen Sektempfang.

Sie sind dann mal weg

»Ich bin dann mal weg«, zitierte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Dr. Robert Horn, passend einen geflügelten Satz des Komikers Hape Kerkeling. Denn Horn verlas die Namen derjenigen, die sich aus der Gemeindevertretung verabschiedet haben und Platz für neue Bürgervertreter gemacht haben. Ab sofort sind demnach dann mal weg: Stefanie Bähr-Fichtner, Erich Balser, Waltraud Haub, Michael Keßler, Werner Koch, Wilma Wolff, Günter Papstein, Gerold Pfeiffer, Karl-Rudolf Schön und Helmut Krüger sowie die an diesem Abend verhinderten Theo Balser, Stefan Böker, Sebastian Büchling, Gerd Diehl, Michael Guderian, Sascha Haas, Eckhardt Hilberg, Robert Horn Junior, Stephan Horn, Sven Wuppfeld, Eva-Maria Jung, Lena Kaulbach, Sabine Pfaff, Timo Röder, Martin Tasci-Lempe, Hans-Harald Veit, Dr. Bernd Voigt und Sylvia Voigt. »Unter Zurückstellung ihrer persönlichen Interessen haben sie sich für das Allgemeinwohl engagiert«, lobte Horn. Er wies auch darauf hin, dass Kommunalpolitik eine sehr »bestimmte und intensive Form der Politik« sei. Schließlich kenne in der Gemeindevertretung »jeder jeden«. Das habe man dem Bundestag wahrscheinlich voraus.

Zudem sei es so, dass man in der Kommunalpolitik öfter mal »die Suppe auslöffeln müsse«, wenn Wiesbaden oder Berlin schlechte Entscheidungen getroffen haben. Das mache es den Menschen in politischen Ehrenämtern oft nicht leicht.

In Horns Auflistung fehlten bis dahin die Namen von drei Männern, die sich besonders verdient gemacht haben für ihre Kommune. So erhielten Reinhold Friedrich, Friedhelm Langsdorf und Eberhard Niesel von Bürgermeister Stefan Bechthold und Robert Horn jeweils eine Ehrenbezeichnung für ihr bedeutendes und langjähriges Wirken in Fernwald.

Friedrich blickte auf eine 20-jährige Amtszeit als Steinbacher Ortsvorsteher zurück: »In diesen Jahren haben wir gemeinsam einiges erreicht«, gab er sich zufrieden. Er zählte etwa die Neugestaltung des Friedhofes, den Fußweg vom Albacher Weg zum Rewe-Markt sowie die verschiedenen Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem 875-jährigen Bestehen des Ortsteils Steinbach auf. Er lobte dabei auch die Zusammenarbeit mit drei Bürgermeistern zu seiner Amtszeit. »Nicht immer waren wir einer Meinung, aber letztlich haben wir zumeist einen gemeinsamen Nenner gefunden«, bilanziert er. Friedrich war vom 1. April 1981 bis 31. März 1993 und von April 2001 bis März 2021 Mitglied des Steinbacher Ortsbeirats. Zudem war er vom 1. April 1997 bis 31. Dezember 2003 Gemeindevertreter. Friedrich trägt fortan die Ehrenbezeichnung »Ehrenortsvorsteher«.

Die Bezeichnung »Ehrengemeindevertreter« ging an Friedhelm Langsdorf und Eberhard Niesel. Letztgenannter war am Freitag krankheitsbedingt verhindert. Während Langsdorf vom 1. April 1997 bis 18. Mai 2020 der Gemeindevertretung angehörte, war Niesel vom 1. April 1998 bis 31. März 2021 Mitglied des Ortsbeirates Annerod und vom 1. April 2001 bis 31. März 2016 Gemeindevertreter.

An diejenigen, die nun den »politischen Ruhestand« genießen werden, richtete Bechthold, der selbst bald sein Amt an einen Nachfolger übergeben wird, eine Bitte: »Bleiben Sie alle aktiv, aber bleiben Sie vor allem ehrenamtlich tätig in allen Ortsteilen unserer wunderschönen Gemeinde.«

Ausgezeichnet: Friedhelm Langsdorf (l.), Reinhold Friedrich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare