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Geldscheine und Trümmerteile auf dem Boden zeugen von der enormen Wucht der Explosion in der Sparkassenfiliale.

Massive Zerstörung durch Explosion in Steinbacher Bank

Fernwald (ige/ik). Fassungslos begutachteten Anwohner und Passanten am Donnerstagmorgen das Ausmaß der nächtlichen Zerstörung am Rathausplatz in Steinbach: Bislang Unbekannte hatten dort gegen 2 Uhr den Geldautomaten der Sparkassen-Filiale gesprengt.

Anwohner des alten Rathauses waren durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden. Nicht auszuschließen ist, dass die Explosion durch Sprengstoff ausgelöst wurde. Neben dem Geldautomaten wurden auch Wände, Decken und andere Gegenstände in der Filiale erheblich beschädigt. Zwei Scheiben eines Fensters zur Hinterseite wurde auf den angrenzenden Grünstreifen geschleudert. Das Fenster selbst baumelte an einer beschädigten Halterung. Wie hoch der Geldbetrag ist, den die Täter möglicherweise erbeutet haben, ist völlig offen. »Mindestens 100 000 Euro« betrage jedenfalls allein der Sachschaden, erläuterte Polizeipressesprecher Jörg Reinemer am Nachmittag auf Anfrage dieser Zeitung.

Feuerwehr im Einsatz

Geistesgegenwärtig hatte eine Anwohnerin nach dem ohrenbetäubenden Lärm in der Nacht die Polizei alarmiert und mit ihrem Handy die Täter bei deren Flucht aus dem Gebäude gefilmt. Laut Zeugenaussagen waren mindestens drei Täter an dem Überfall beteiligt. Diese rasten mit einem schwarzen hochmotorisierten Pkw in Richtung des Verkehrskreisels am Ortsausgang nach Garbenteich. Der Kreisel hat eine Anbindung an die B 457. Nur einige Hundert Meter entfernt ist die Auffahrt zur Autobahn A 5 Kassel-Frankfurt. Möglicherweise nutzten die Täter einen BMW oder Audi.

Die Feuerwehr Steinbach eilte mit 27 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen an den Tatort: In der Leitstelle waren mehrere Notrufe eingegangen, die von einer starken Rauchentwicklung in dem Gebäude berichteten. Die Filiale im Erdgeschoss ist zum größten Teil zerstört - Einsturzgefahr habe nicht bestanden, so Wehrführer Sebastian Büchling. Die Arztpraxis im Obergeschoss scheint von den Zerstörungen nicht betroffen zu sein. Zunächst wurde ein Löschangriff unter Atemschutz vorbereitet, der Bereich rund um den Tatort wurde großflächig abgesperrt und ausgeleuchtet. Um eine Explosionsgefahr auszuschließen, gab es Gasmessungen ringsum. Noch in der Nacht übernahmen Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes die Untersuchungen. Am Vormittag sicherten Kripobeamte weitere Spuren. Dem Vernehmen nach soll es Parallelen zur Automatensprengung vor zwei Wochen in Buseck geben. Die verwüstete Steinbacher Filiale wird - wie es ein Sparkassen-Mitarbeiter vor Ort einschätzte - »auf Monate« nicht nutzbar sein.

Sachdienliche Hinweise an die Kriminalpolizei in Gießen, Tel. 06 41/70 06-25 55. FOTO: IK

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