»Macht es, Leute! Und macht es jetzt!«

  • Ursula Sommerlad
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Fernwald (us). Prof. Hubert Jung sprach Klartext. »Macht es, Leute! Und macht es jetzt!« Gemeint war die Abwicklung der Erschließungs- und Betriebsgesellschaft Fernwald. Deren Auflösung wurde vor nunmehr bald drei Jahren bereits beschlossen, bislang aber noch nicht vollzogen. Nun, gut 20 Jahre nach der Gründung, will die Gemeinde die EBF zum Jahresende ad acta legen.

»Es ist der richtige Zeitpunkt«, betonte Bürgermeister Stefan Bechthold. Aller Voraussicht nach werde die Abwicklung für die Gemeinde als Nullsummenspiel enden.

Die EBF wurde 2001 gegründet. Sie gehört zu 100 Prozent der Gemeinde Fernwald. Zu ihren Aufgaben zählten unter anderem die Erschließung und Vermarktung von Grundstücken und der Betrieb des Holzhackschnitzel-Heizwerks. Prof Jung hatte seinerzeit gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Dieter Howe und Bernhard Becker das Konzept für die EBF entwickelt. Das war zu einer Zeit, als Grundstücke sich nur schwer vermarkten ließen. »Andere Gemeinden hatten solche Probleme auch«, bemerkte Jung. Auch das Heizkraftwerk habe sich anders entwickelt als gedacht. Als Stefan Bechthold vor zwölf Jahren sein Amt antrat, lag die Belastung bei acht Millionen. Die Summe konnte erheblich reduziert werden. Die langfristigen Verbindlichkeiten bezifferte Bechthold am Mittwochabend auf rund 500 000 Euro.

Heizwerk soll verkauft werden

Es ist geplant, das Heizwerk an die Stadtwerke Gießen zu veräußern. Die Mitarbeiter sollen in den Bauhof wechseln. »Da ist genug zu tun«, bemerkte Bechthold. Verbleibende Wirtschaftgüter der EBF wie ein Rückhaltebecken sowie Straßen- und Erschließungsanlagen will die Gemeinde aus dem Gesellschaftsvermögen herauskaufen. So hat es die Steuerberatungsgesellschaft Schüllermann empfohlen. Gegebenenfalls verbleibende Verbindlichkeiten gehen auf die Gemeinde Fernwald über.

SPD und Freie Wähler stimmten diesem Beschlussvorschlag zu. Die CDU/FDP-Fraktion und die Grünen enthielten sich der Stimme. Die CDU verlangte genaue Auskünfte über die verbleibenden Vermögenswerte. »«Wir müssen Steuermittel einsetzen. Deswegen möchten wir gerne wissen, was wir dafür zurück kriegen«, bemerkte Frank Stein.

Ein weiteres Thema in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses waren die Wasser- und Abwassergebühren. Die Allevo Kommunalberatung hat die Gebührensätze neu kalkuliert. Ergebnis: Die Einwohner von Fernwald werden in den kommenden zwei Jahren weniger zahlen müssen als bisher. Der Kubikmeter Wasser wird künftig 1,90 Euro brutto kosten (bisher: 2,19 Euro). Die Gebühr für Schmutzwasser sinkt von 2,58 Euro auf 2,34 Euro je Kubikmeter. Der Kubikmeter Niederschlagswasser wird in den Jahren 2022 und 2023 noch mit 21 Cent zu Buche schlagen (bisher 33 Cent).

Der HFA befürwortete die neuen Gebühren einstimmig. Ebenso die Vorschläge für die Neubesetzung des Ortsgerichts. Neuer Ortsgerichtsvorsteher soll der künftige Bürgermeister Manuel Rosenke werden. Als Stellvertreter wird dem Amtsgericht Gießen erneut Heinz-Herbert Walb vorgeschlagen.

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