Klimaneutral Heizenergie erzeugen

  • VonKarl-Josef Graf
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Fernwald (kjg). Der Mehrpreis von 20 000 Euro für das Kalte-Nahwärme-Netz im Anneroder Neubaugebiet Jägersplatt IV für ein 500 Quadratmeter großes Grundstück sei zu hoch, sagte Sascha Höres (CDU) in der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstag. Die Investition für das Regenrückhaltebecken, das Funktionen des Silbersees übernehmen soll, könne nicht nur auf die Eigentümer von Jägersplatt IV umgelegt werden, sondern müsse von allen im Jägersplatt I bis IV getragen werden.

CDU/FDP werden nicht zustimmen, so Höres. Die Gemeindevertreter stimmten dann mehrheitlich gegen die Stimmen der Fraktionsgemeinschaft für die Beschlussvorlage zum städtebaulichen Vertrag. Zuvor war entschieden worden, dass die Regenrückhaltung in den Bauausschuss zur weiteren Beratung erfolgt.

Für die Versorgung mit Heizenergie gibt es laut städtebaulichem Vertrag mit der IMAXX zwei Optionen, erstens das Fernwärmenetz der Stadtwerke Gießen und zweitens das Kalte-Nahwärmenetz, das eine CO2-neutrale Energieversorgung liefert. Für das Fernwärmenetz sind Investitionen in Höhe von 90 000 Euro notwendig, die der Investor trägt. Den Grundstückspreis sichert IMAXX mit 249 Euro je Quadratmeter zu. Für das klimaneutrale Kalte-Nahwärmenetz sind Investitionen in Höhe von knapp zwei Millionen Euro erforderlich. Der Quadratmeter wird dann 289 Euro kosten. Außerdem wird eine zusätzliche Planungszeit von 15 Monaten benötigt, um öffentliche Fördermittel in Höhe von 40 bis 50 Prozent zu beantragen und die Durchführungsgenehmigungen zu erhalten.

Stefan Becker von den Freien Wählern warb noch einmal für das Kalte-Nahwärme-Netz. Es sei sehr innovativ, klimaneutral und die Baulandpreise vertretbar, jedoch für mittlere Einkommen schwierig zu realisieren. Becker signalisierte Zustimmung.

Ehrenbezeichnung verliehen

Alle Fraktionen haben das »Klima« auf dem Schirm, sagte Gerd Espanion (SPD), Klima werde Geld kosten. Fernwald habe die einmalige Möglichkeit, mit Erdkollektoren klimaneutral die Heizenergie zu erzeugen. Dafür gebe es Fördergelder. »Wir sollten das machen«, so Espanion.

Dem Bebauungsplan Jägersplatt IV stimmten die Gemeindevertreter einstimmig mit der Ergänzung »Schottergärten sind nicht zulässig« zu.

Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter, Reinhold Friedrich zum Ehrenortsvorsteher, Karl-Rudolf Schön zum Ehrenbeigeordneten sowie Eberhard Niesel und Friedhelm Langsdorf zu Ehrengemeindevertretern zu ernennen. Im Rahmen eines Ehrungsabends sollen sie am Freitag, 5. November, ausgezeichnet werden. An diesem Abend wird auch den ausgeschiedenen Mandatsträgern im feierlichen Rahmen Dank und Anerkennung ausgesprochen werden.

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