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Sie sind für die Dachdeckerinnung verantwortlich, von links Peter Fischer, Rüdiger Zeutzheim, Uwe Rohn, Mike Jacobi, Stefan Schöffmann, Nico Schöffmann, Ehrenmitglied Ernst Schöffmann, der verabschiedete Günter Lerner und Obermeister André Vogler. Foto: sel

Keine Nachwuchssorgen bei den Dachdeckern

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Fernwald(sel). Weite Bereiche des Handwerks haben Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. In etlichen Gewerken, zum Beispiel im Lebensmittelhandwerk, sprich bei Bäckern und Fleischern, nehmen die teils dramatisch rückläufigen Lehrlingszahlen bereits bedrohliche Formen an. Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten. Nicht nur beim "handwerklichen Ausbilder Nummer 1", dem Kraftfahrzeuggewerbe, oder bei den Malern und Lackierern stimmen die Lehrlingszahlen noch, auch für Insider überraschend zählt das Dachdeckerhandwerk zu jenen wenigen Gewerken, in denen die Ausbildungszahlen steigen. Und das nicht nur auf der Gießener Kreisebene, sondern auch landesweit in Hessen.

Hoher Organisierungsgrad

Der Dachdeckerinnung Gießen gehören derzeit in Stadt und Landkreis 27 Mitgliedsbetriebe an, in denen in der Summe aller drei Lehrjahre 29 Auszubildende ihr Handwerk erlernen. Dazu besuchen sie im Rahmen ihrer dualen Ausbildung in Betrieb und Schule im ersten Lehrjahr das Berufsbildungs- und Technologiezentrum Arnold-Spruck-Haus der Handwerkskammer Wiesbaden am Dillufer in Wetzlar. Für das zweite und dritte Lehrjahr ist dann die mittelhessische Dachdecker-Ausbildungsstätte, die Wilhelm-Knapp-Schule in Weilburg, eine Berufsschule, für den Dachdeckernachwuchs zuständig.

Hessenweit werden in der Summe aller drei Lehrjahre aktuell 636 junge Menschen, darunter neun Frauen, im Dachdeckerberuf ausgebildet. Das sind 45 mehr als im Jahresvergleich. Es ist das erste Lehrjahr, in dem 243 Lehrlinge ausgebildet werden, was den Zuwachs erklärt. Neben einer erklecklichen Zahl von Ein-Mann-Betrieben sind in Hessen 880 Dachdeckerbetriebe in die Handwerksrolle eingetragen, die Mitarbeiter beschäftigen, im Schnitt sind es fünf. Das bedeutet laut Auskunft des Landesinnungsverbandes, dass zwischen Hofgeismar und Heppenheim rund 4600 abhängig Beschäftigte im Dachdeckerhandwerk arbeiten.

521 dieser Betriebe sind neben ihrer Pflichtmitgliedschaft in einer Handwerkskammer zusätzlich und freiwillig in den Dachdeckerinnungen organisiert.

Der Innung im Landkreis Gießen gehören 27 Betriebe an, was einem Organisationsgrad von 95 Prozent entspricht. Sie wird seit 2002 von Obermeister André Vogler (Rodheim-Bieber) geführt. Er wurde bei der jüngsten Innungsversammlung in Steinbach für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Ebenfalls seit 2002 war Günter Lerner aus Gießen stellvertretender Obermeister. Er gehörte seit 1981 - und damit 38 Jahre - dem Vorstand der Dachdeckerinnung an. Denn mit Stefan Schöffmann aus Wieseck hat Lerner, der aus Altersgründen nicht mehr antrat, einen Nachfolger gefunden. Schöffmann war bisher Lehrlingswart der Innung, eine verantwortungsvolle Aufgabe, die nun sein Sohn und Dachdeckermeister Nico Schöffmann übernommen hat. Drei Beisitzer komplettieren den Innungsvorstand: Peter Fischer (Bollnbach) und Uwe Rohn (Gießen), die im Amt bestätigt wurden, sowie neu Mike Jacobi (Gießen).

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