"Keine Logistikzentren mehr"

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Fernwald/Gießen(se). Die Grünen im Landkreis Gießen haben bei ihrer Mitgliederversammlung in Steinbach ein starkes Zeichen gegen den sogenannten Flächenverbrauch gesetzt. Das drückte sich unter anderem in einem einstimmigen Votum aus, wonach die Grünen im Landkreis Gießen keine weiteren großflächigen Gewerbeansiedlungen oder Logistikzentren ermöglichen wollen.

Dieser Beschluss greift allerdings nicht, wenn die Flächen, auf denen sie errichtet werden sollen, bisher schon Gewerbegebiet oder ähnliches waren. Außerdem: "Sie verfügen bereits über einen Gleisanschluss beziehungsweise bieten die Möglichkeit, einen Gleisanschluss ohne große Komplikationen zu legen, oder sie besitzen ein klimafreundliches Mobilitätskonzept." Zudem müsse die Zahl der entstehenden Arbeitsplätze in einem vernünftigen Verhältnis zum Flächenverbrauch stehen, und die Ansiedlung dürfe keinen zusätzlichen größeren Lkw- und Pkw-Verkehr nach sich ziehen. Mit der Annahme dieses Antrages fordern die Kreis-Grünen ihre "Mandatsträger in der Regionalversammlung, im Kreistag sowie in den Städte- und Gemeindeparlamenten auf, sich für diese Ziele einzusetzen".

Auch bei einem Antrag der Grünen Jugend ging es im weiteren Sinne um Flächenverbrauch, in erster Linie aber "um die konsequente Umsetzung der Verkehrswende". Die Nachwuchsorganisation der Grünen im Kreis Gießen lehnt den Ausbau der A 49 von Neuental nach Gemünden/Felda ab und unterstützt die Forderungen der Grünen Jugend Hessen, wonach dem "Einsatz für einen konsequenten Schutz unserer Lebensgrundlagen, des Grundwassers und unserer Wälder bei Bauvorhaben Priorität" einzuräumen sei. Ferner sei die Umsetzung und Überprüfung von Ausgleichsmaßnahmen in allen Vorhaben zu garantieren und unter anderem die "kritische Begleitung des Bauvorhabens durch zivilgesellschaftliche Akteure" zu unterstützen".

Katrin Schleenbecker, Landtagsabgeordnete der Grünen aus Heuchelheim-Kinzenbach, wies daraufhin, dass der Ausbau der A 49 Bestandteil des Koalitionsvertrages mit der CDU sei. "Wir müssen eine Kröte schlucken", ergänzte sie. "In der Sache sind wir uns alle einig, dass wir das nicht gutheißen."

Für die zum Antrag erhobenen Forderungen zählte Versammlungsleiterin Gerda Weigel-Greilich bei zwei Enthaltungen 25 Ja- und elf Nein-Stimmen.

Berichte aus der Kreistagfraktion sowie vom Bundesparteitag der Grünen und ein Hinweis auf die Auftaktveranstaltung zum Wahljahr 2021 in Lollar, bei dem der Prozess zur Entwicklung eines Wahlprogrammes in Gang gesetzt werden soll, rundeten die Kreismitgliederversammlung ab.

Als Delegierte für den Parteirat wurden gewählt: Christiane Schmahl, Klaus-Dieter Grothe. Ersatzdelegierte: Isabell Dern, Alexander Wright, Sophie Müller, Christian Zuckermann, Katrin Schleenbecker, Bülent Gülcehre, Gerda Weigel-Greilich.

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