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Die Vorbereitungen zum Abriss des Hochbehälters nahe der Grundschule in Annerod haben begonnen. In der kommenden Woche soll das Bauwerk bereits Geschichte sein.

Jetzt geht es los

  • vonChristina Jung
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Fernwald (ti). Ein Bagger hat tiefe Furchen im Gras hinterlassen. Daneben türmen sich riesige Müllsäcke. Die Reste eines abgebrochenen, teils rostigen Maschendrahtzauns liegen herum. Ein Stück weiter stapeln sich lange Holzlatten. Ein Bauzaun sichert das Areal rund um den alten Hochbehälter, dessen Demontage begonnen hat. Der Startschuss für das Projekt Schulneubau in Annerod ist gefallen.

Baumaßnahme für 9,7 Milllionen Euro

In den kommenden Tagen soll der Hochbehälter abgebrochen werden, heißt es auf Anfrage dieser Zeitung aus der Kreis-Pressestelle. Damit wird der Weg für die künftige Zufahrt zum Schulgelände über die Straße Auf dem Kirschenberg frei gemacht. Ende 2020 hatte der Kreistag grünes Licht für einen Neubau und damit für ein 9,7 Millionen Euro teures Bauvorhaben in dem Fernwalder Ortsteil gegeben. Das Ziel: die Erweiterung der aufgrund steigender Schülerzahlen und dauerhaft erhöhtem Raumbedarf zu klein gewordenen Grundschule.

Auf einem Nachbargrundstück - dem ehemaligen Anneröder Festplatz - soll ab Sommer ein rechteckiger, kompakter Baukörper entstehen. Das mit zwei Vollgeschossen und zwei Oberlichtverglasungen konzipierte Gebäude wird so angeordnet, dass es nach Süden hin gemeinsam mit den bestehenden Schulhäusern einen räumlich geschlossenen Hof bildet.

Im Erdgeschoss gelangen die Schüler laut architektonischem Gesamtkonzept, in dem die Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und Natur eine entscheidende Rolle spielen, durch einen Windfang in eine zentrale Erschließungshalle, die über großzügige Verglasungen Einblicke in verschiedene Funktionsbereiche bieten soll. Das Zentrum bildet eine sogenannte Sitzkuhle, also eine Vertiefung im Boden, die als Aufenthaltsbereich für die Kinder gedacht ist. Quasi eine zentrale, multifunktionale Kommunikationszone. Drum herum sind Mensa und Aufwärmküche, Bibliothek und Mediathek, Toiletten, Räume für Nachmittagsbetreuung, Verwaltung und Lehrpersonal zu finden - alle mit direktem Ausgang ins Freie.

Im Obergeschoss sollen Aufenthaltsbereiche, zwei Galerien sowie Klassen- und Differenzierungsräume entstehen. Über großzügige Innenverglasungen soll Offenheit geschaffen werden. Was die Dachfläche angeht: Sie wird doppelt genutzt. Zum einen soll es darauf - wie auch bei einem Teil der Fassade - eine extensive Begrünung geben, zum anderen ist eine Fotovoltaikanlage vorgesehen.

Vier Außenbereiche

Rund um das neue, als Passivhaus Plus konzipierte Schulgebäude entstehen vier Außenbereiche: Stellplätze für die Lehrer sowie für die Öffentlichkeit im Norden, der neue Eingangsbereich der Schule im Osten, der Schulhof im Süden sowie eine 50-Meter-Laufbahn und eine Weitsprunganlage für den Sportunterricht im Westen. Vorgesehen ist, die vorhandenen Bäume auf dem Areal zu erhalten und weitere zu pflanzen, zudem vor Mensa und Cafeteria eine Außenmöblierung zu schaffen. Am zeitlichen Fahrplan hat sich laut Kreis-Pressestelle nichts geändert. Nach dem Abbruch des Hochbehälters, der Abfuhr und Demontagearbeiten im Erdreich ist der Spatenstich für August 2021 vorgesehen, die Fertigstellung zwei Jahre später. Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes ist für das Schuljahr 2023/2024 angedacht.

Wie wird der Schulbetrieb - auch mit Blick auf steigende Schülerzahlen und erhöhten Raumbedarf - während der Baumaßnahme sichergestellt? »Das Baufeld ist vom Schulhof getrennt und wird eigenständig befahren«, sagt Kreis-Pressesprecherin Louisa Wehlitz. Zu dem bereits auf dem Schulhof platzierten Container wird ein weiterer kommen.

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