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Labyrinthähnlich ist der Gebetsgarten an der Albacher Kirche gestaltet. Mit dem Holzkreuz, das baugleich vor dem Gotteshaus in Steinbach steht, hat es eine besondere Bewandtnis. FOTO: IK

Innehalten im Grünen

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Fernwald(ik). Nichts geht mehr. Die wöchentliche Konfirmandenstunde fällt bis auf Weiteres aus. Der Sonntagsgottesdienst - Fehlanzeige. Und mittlerweile ist die Konfirmation im Mai sowieso abgesagt. Die Corona-Krise hat auch diese Planungen zunichte gemacht. Was also bleibt zu tun für die 15 jungen Leute aus den evangelischen Kirchengemeinden in Steinbach und Albach, die in diesem Frühjahr von Pfarrerin Heike Düver feierlich eingesegnet werden und damit ins kirchliche Erwachsenenalter eintreten sollten?

Abwarten? Das ist nicht der Stil von Pfarrerin Düver. Um den Zusammenhalt in Zeiten der verschlossenen Gotteshäuser nicht nur der Konfirmanden untereinander, sondern ganz allgemein auch innerhalb der beiden Kirchengemeinden zu stärken, entstand die Idee, sogenannte Gebetsgärten anzulegen.

Mit dem Auftrag, entsprechendes Material zu sammeln, schwärmten die Konfirmanden - natürlich getrennt und im gebotenen Mindestabstand - aus, um kleine Äste und andere Materialien zu sammeln. Düver selbst steuerte unter anderem meterlange Stoffbänder bei. Alles wurde sorgsam miteinander verbunden und spiralenförmig angeordnet. Labyrinthähnlich windet sich nun ein Passionsweg über die Wiese hinter der Albacher Kirche; Ähnliches gibt es in Steinbach zu sehen.

Texte auf DIN-A4-Blättern erzählen von dem Leiden, dem Sterben und der Auferstehung Christi und laden an verschiedenen Punkten innerhalb der Gebetsgärten zum Verweilen und zum stillen Gebet ein. Schreiner Mathias Opitz aus Steinbach gestaltete als besondere Hingucker jeweils ein großes Holzkreuz, dessen besondere Bedeutung sich erst am kommenden Wochenende erschließen wird - den Betrachtern sei vorab ein scharfer Blick empfohlen. Denn, so sagt Pfarrerin Düver: "Dinge verändern sich - auch unsere Gebetsgärten. Am Ostersonntag lohnt sich das genaue Hinschauen besonders."

Das Projekt der Konfirmanden ist allemal einen Ausflug wert: Gebetsstationen und geistliche Impulse, die von den beiden Gebetsgärten ausgehen, sind eine schöne Ergänzung des kirchlichen Lebens in der Passionszeit. Damit bei derzeit bereits sommerlichen Temperaturen auch ein längeres Verweilen an Ort und Stelle möglich ist, haben sich ebenfalls Konfirmanden ins Zeug gelegt und die Sitzbänke einem ausführlichen Frühjahrsputz unterzogen.

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