Herausforderung Kinderbetreuung

  • schließen

Fernwald(se). Die Einwohner Fernwalds haben offensichtlich ein reges Interesse am Geschehen in ihrer Gemeinde. Die Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Bürgerhaus Annerod war jedenfalls gut besucht. Dr. Robert Horn, Vorsitzender der Gemeindevertretung, leitete die Versammlung, doch den Hauptteil gestaltete Bürgermeister Stefan Bechthold, der die Bürger über wichtige Angelegenheiten der Gemeinde informierte.

Zunächst wies der Rathauschef auf die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde durch einen Einbruch der Gewerbesteuer hin. Fertiggestellt wurde das Wohnbaugebiet "Steinbacher Gärten" zwischen Fernwaldhalle und Rewe-Markt, der vierte Bauabschnitt der "Jägersplatt" wurde auf den Weg gebracht. Das vorgestellte Mehrfamilienhaus-Konzept sei nicht nur im Bauausschuss ausgesprochen positiv aufgenommen worden. Das "Zentrum Großen-Busecker Straße" in Annerod mit Kita, einem Nahversorger sowie einem Kreisel wurde vorgestellt, wobei Bechthold berichtete, dass der Förderantrag für die Kindertagesstätte gestellt worden sei. Er hoffte auf einen baldigen Bescheid, erklärte der Bürgermeister.

Die adäquate Kinderbetreuung lässt sich die Gemeinde Fernwald etwas kosten. Insgesamt gibt es in Fernwald 52 Stellen für Erzieherinnen, im nächsten Jahr kommen noch sechs hinzu. "Das sind 300 000 Euro zusätzliche Personalkosten ohne Kostenerstattung", rechnet der Bürgermeister vor. "Das macht einen Anteil von 55 Prozent der Stellen in der Gemeinde aus." Bechthold sprach in diesem Zusammenhang auch diverse Baumaßnahmen in diesem Bereich: Kita-Neubau in Annerod, Ausbau in Steinbach, Anbau in Albach, Umbau der Kita im Geranienweg Annerod.

Lob für Vereinsgemeinschaft

"Der Haushalt 2020 wird ein deutliches Plus haben", sagte Bechthold. Ob das ausreiche, um die Steuern stabil zu halten, sei fraglich, denn denn die Gemeinde sei verpflichtet, Liquiditätsreserven zu bilden. "Wir müssen die freiwilligen Leistungen der Gemeinde auf den Prüfstand stellen", teilte Bechthold mit. Allerdings wies er auch darauf hin, dass die Gemeinde Fernwald in "allen Ortsteilen eine tolle Vereinsgemeinschaft" habe, wobei die Feuerwehr eine herausragende Stellung besitze, "beispielhaft und vorbildlich".

Im Bereich Klima- und Umweltschutz verwies der Rathauschef nicht ohne Stolz daraufhin, dass die Gemeinde einen "aktiven Wasserschutz durch eigene Brunnen" betreibe und dass der interkommunale Solarpark so viel Energie erzeugt, dass man damit 1100 Haushalte mit Strom versorgen könne. Lobende Worte fand der Bürgermeister für den Energiebeirat der Gemeinde. Außerdem kündigte er an, dass im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit ein Hilfspolizist für den ruhenden Verkehr angestellt werde.

Anschließend hatten die Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen. Eine Anwohnerin beschwerte sich, dass in der Gießener Straße die zulässige Höchstgeschwindigkeit oft deutlich überschritten werde. Hier soll eine Fahrbahnteilung Abhilfe schaffen.

Angesprochen auf die Erhöhung der Friedhofsgebühren wies Stefan Bechthold darauf hin, dass diese Gebühren die Kosten decken sollen. Straßenausbaubeiträge ("wird geprüft") wurden ebenso angesprochen wie die Situation des ÖPNV in der Gemeinde. Um hier eine Verbesserung zu erreichen, könnte das Angebot des Bürgerbusses nach Ansicht des Bürgermeisters mit ehrenamtlichen Helfern erweitert werden. Auch eine mögliche Anbindung an das Busnetz der Stadtwerke Gießen brachte er ins Gespräch.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare