Grünes Licht für Gewerbeflächen

  • vonChristina Jung
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Fernwald(ti). "Wir sind der Auffassung, dass wir nicht weiter unbegrenzt landwirtschaftliche Nutzfläche dafür verwenden können." Die Meinung der Fernwalder CDU zur Ausweisung weiterer Gewerbeflächen in Annerod, formuliert von Matthias Klose in der Gemeindevertretung am Dienstagabend, war dieselbe wie zwei Wochen zuvor im Bauausschuss. Doch nun standen im Parlament die Entscheidung über die Aufstellung des Bebauungsplans "Haaracker/Im Himberg" sowie eine Flächennutzungsplanänderung in diesem Bereich an.

Die Kritik betraf vor allem Letztere, denn im Gegensatz zum Aufstellungsbeschluss, der rund 2,8 Hektar Gelände umfasst, geht es bei der Flächennutzungsplanänderung um 7,3 Hektar Land östlich der Großen-Busecker-Straße. Die CDU hielt deshalb an ihrem bereits vor zwei Wochen vorgelegten Änderungsantrag fest, sich auch hier auf die für den Bebauungsplan vorgesehenen 2,8 Hektar zu begrenzen. Klose schlug vor, bei solchen Projekte auch die anderen beiden Ortsteile nicht zu vergessen und statt der ständigen Ausweisung neuer Flächen vor Ort eher interkommunale Projekte zu fokussieren.

Gänzlich gegen das Vorhaben sprachen sich die Grünen zum jetzigen Zeitpunkt aus. "Das geht uns zu schnell", kritisierte Bernd Voigt. Sein Vorschlag, eine Abstimmung zu verschieben, um zu diesem Thema zunächst den Ortsbeirat zu hören wie "vorgesehen und vorgeschrieben", fand kein Gehör.

Viel Kritik an Planänderung

Kritische Worte kamen diesmal auch aus den Reihen der Freien Wähler, wenn auch die Zustimmung der Fraktion von Anfang an nicht in Frage stand. Stefan Becker plädierte dafür, bei künftigen Entscheidungen die Ortslandwirte einzubinden, die Innen- der Außenverdichtung vorzuziehen und bei der Ansiedlung von Betrieben mehr auf deren Qualität zu achten.

Aussagen, die Bürgermeister Stefan Bechthold so nicht stehen lassen wollte. "Es ist uns gelungen, unglaublich gute Unternehmen nach Fernwald zu holen", entgegnete er und merkte an: "Die Frage der Qualität stellt sich mir nicht."Außerdem wies er in Richtung CDU darauf hin, dass der Rahmen für die Flächenausweisung ohnehin gesteckt sei, schließlich habe die Regionalversammlung dem Abweichungsantrag der Gemeinde und damit dem gesamten Flächenkontingent zugestimmt. Zudem werde auch der neue Regionalplan entsprechende Gebiete vorsehen. Schließlich sei Fernwald aufgrund seiner guten Infrastruktur und Anbindung als Puffer zwischen Vogelsberg und Rhein-Main-Gebiet ein gefragter Standort. Er bezeichnete die Diskussion als "politisch taktisches Moment".

Das wiederum ließ Matthias Klose nicht auf sich sitzen. Jeder dürfe seine Meinung haben, keine sei schlechter als die andere. Die Akzeptanz des Andersdenkenden mache Demokratie aus.

Am Ende wurde der CDU-Änderungsantrag mehrheitlich abgelehnt, die Aufstellung des Bebauungsplans sowie die Flächennutzungsplanänderung dagegen mehrheitlich angenommen.

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