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Ab dem neuen Jahr müssen Fernwälder für Bestattungen und Nutzung der Trauerhallen tiefer in den Geldbeutel greifen. (Archivfoto: us)

Die Gebühren steigen

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Fernwald (ti). Wenn in Fernwald Menschen bestattet werden, finanziert die Gemeinde den größeren Teil der dabei entstehenden Kosten. Denn der Deckungsgrad im Bereich Friedhofswesen beträgt lediglich 36 Prozent. Zu wenig, auch angesichts des Fehlbedarfs im aktuellen, mittlerweile genehmigten Haushalt. Ab 1. Januar 2020 sollen deshalb die Friedhofsgebühren steigen - zunächst auf einen Deckungsgrad von 65 Prozent, im Folgejahr auf 85 Prozent. Die Gemeindevertretung gab dafür in ihrer Sitzung am Dienstagabend grünes Licht, allerdings bei fünf Gegenstimmen aus den Reihen von Freien Wählern und der FDP. Die Grünen enthielten sich.

Höhere Deckungsquote gefordert

Hauptgrund für den Widerstand gegen die Beschlussvorlage des Gemeindevorstandes, die im Haupt- und Finanzausschuss zwei Wochen zuvor noch einstimmig befürwortet worden war, ist die Genehmigung des aktuellen Haushalts, konkret das Schreiben der Landrätin dazu. Die nämlich hält eine Deckungsquote von 80 Prozent für erforderlich und fordert eine "konsequente und zeitnahe Umsetzung".

Gisela Papstein (Grüne) riet angesichts dieser deutlichen Worte dazu, die Friedhofsgebühren bereits im ersten Schritt auf 80 Prozent zu erhöhen. Stefan Becker (FW) pflichtete den Grünen bei. Die Haushaltsbegleitverfügung sei an dieser Stelle "sehr konkret". Becker: "Ich denke, wir haben nicht wirklich viel Spielraum."

SPD und CDU sahen das anders. Den Hinweis, bei den Friedhofsgebühren einen Deckungsgrad von 80 Prozent zu erreichen, gebe es seitens der Kommunalaufsicht schon länger, so Matthias Klose (CDU). Außerdem habe die Landrätin von der geplanten Gebührenerhöhung Kenntnis gehabt und den Haushalt trotzdem genehmigt. Die CDU plädiere deshalb dafür, die zweistufige Erhöhung beizubehalten. Ins selbe Horn stieß Gerd Espanion (SPD). "65 Prozent ist schon ein Löffel voll. Ich denke, wir sollten erst im zweiten Schritt auf 85 Prozent hochgehen", so der Sozialdemokrat.

Peter Steil (FDP) sprach sich grundsätzlich gegen eine Gebührenerhöhung aus. Zum einen, weil in seinen Augen die wohnortnahe Bestattung eine Art Grundrecht sei. Zum anderen, weil der Trend zu Waldbestattungen anhalte. Letzteres führe dazu, dass sich weniger Menschen in der Gemeinde beerdigen ließen, an denen dann die allgemeinen Kosten hängen blieben.

Bürgermeister Stefan Bechthold widersprach: Zwar gehe die Anzahl der Sargbestattungen zurück, allerdings nicht mehr hin zur Wald- sondern zur Rasenurnengrabbestattung. Klose warf Steil vor, seine Argumente seien konstruiert. Schließlich wurde ein Änderungantrag der Grünen, zum Jahreswechsel den Deckungsgrad bei den Friedhofsgebühren auf 80 Prozent zu erhöhen, mehrheitlich abgelehnt und dem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstandes gefolgt.

Auch die Kosten für Wasserversorgung und Entwässerung werden sich in Fernwald zum Jahreswechsel ändern: Die Wassergebühr erhöht sich von bislang 1,83 Euro pro Kubikmeter auf 2,05 Euro, die für Schmutzwasser von 2,53 auf 2,58 Euro. Einzig für Niederschlagswasser fallen künftig geringere Kosten an. Die Gebühr sinkt von 0,35 Euro pro Quadratmeter auf 0,33 Euro. Einstimmig votierte die Gemeindevertretung für die Neufassung der Wasserversorgungssatzung, mehrheitlich - gegen die Stimmen der Grünen - für die der Entwässerungssatzung.

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