Er will es noch mal wissen: Frank Stein möchte im zweiten Anlauf Fernwalds neuer Bürgermeister werden. FOTO: PM
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Er will es noch mal wissen: Frank Stein möchte im zweiten Anlauf Fernwalds neuer Bürgermeister werden. FOTO: PM

Bürgermeisterwahl Fernwald

Frank Stein (CDU): "Ich weiß, wo den Leuten der Schuh drückt"

  • vonChristina Jung
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Bei seiner ersten Kandidatur 2015 ist er gescheitert. Aber Frank Stein (CDU) ist sich sicher, dass er im zweiten Anlauf siegen wird. Der Albacher will Fernwalds neuer Bürgermeister werden.

Herr Stein, warum werfen Sie Ihren Hut noch mal in den Ring?

Mein Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl 2015 war für einen politischen Seiteneinsteiger, der gegen den Amtsinhaber angetreten ist, richtig gut. Außerdem sind mir durch meine langjährige Tätigkeit in der Verwaltung die Aufgaben eines Bürgermeisters bestens bekannt. Das sowie der Rückhalt in meiner Partei und der große Zuspruch seitens der Bürger in allen drei Ortsteilen hat mich dazu bewogen, noch einmal anzutreten.

Was haben Ihre Frau und die Kinder dazu gesagt?

Die stehen alle hinter mir. Das war für mich sehr wichtig, denn ich bin ein totaler Familienmensch. Ohne ihr Einverständnis wäre meine Entscheidung vermutlich anders ausgefallen.

Die CDU bemängelt immer wieder, dass sich in Fernwald wenig bewegt, wo brennt es Ihrer Meinung nach am meisten?

Ganz klar beim Kindergarten-Neubau in Annerod. Bereits im Mai 2016 hat uns der Landkreis aufgetragen, in dem Ortsteil ausreichend Betreuungsplätze zu schaffen. Statt eines Neubaus haben wir vier Jahre später aber lediglich eine kleine Lösung in Form einer umgebauten Kirche und das auch nur, weil der Druck so groß war.

2015 fuhren Sie Ihr bestes Ergebnis in Ihrem Heimatort ein. Ihr Mitbewerber Manuel Rosenke, der von der SPD und den Freien Wählern unterstützt wird, kommt auch aus Albach. Sehen Sie dadurch Ihren Heimvorteil gefährdet?

Nein. Ich bin fest im Ort verwurzelt und in zahlreichen Vereinen aktiv. Ich weiß, wo den Leuten hier der Schuh drückt. Und als 2003 mit Matthias Klose und Robert Horn in der Stichwahl zwei Anneröder gegeneinander antraten, war das ja auch kein Problem.

Ihre Partei wünscht sich einen Wandel für Fernwald. Welche Veränderungen stehen den Bürgern bevor, wenn Sie Bürgermeister werden sollten?

Der Ausbau von Betreuungsplätzen muss weiter angeschoben werden. Außerdem werden Infrastrukturmaßnahmen wie Straßensanierungen ein ganz großes Thema sein. Wir müssen uns in der Politik an einen Tisch setzen, überlegen wann wo gebaut wird und vor allem entscheiden, wie wir das künftig finanzieren wollen. Stichwort Straßenbeiträge. Darüber hinaus möchte ich die Haushaltskonsolidierung voranbringen.

Vor sechs Jahren wollten Sie die oft zitierten Fernwalder Verhältnisse wieder einführen, wenn Sie Bürgermeister werden. Wie stehen Sie heute dazu?

Das gilt nach wie vor. Wir müssen in der Kommunalpolitik zu einer Form des gegenseitigen Respekts zurückfinden. Das ist notwendig, um Entscheidungen im Sinne des Bürgers zu treffen und die Kommune voranzubringen. Ich möchte weg von den negativen Schlagzeilen, hin zu einem von gegenseitiger Achtung geprägten Miteinander. Und ich möchte, dass die gemeindlichen Gremien über alle relevanten Themen informiert werden.

Das sind schon einige Themen für den Wahlkampf. Gibt es noch andere, auf die Sie Ihren Fokus legen möchten?

Die Digitalisierung in der Verwaltung ist ein Punkt, der aus meiner Sicht vorangebracht werden muss, um die Kommune zukunftsfähig zu machen. Die Corona-Pandemie hat uns das deutlich vor Augen geführt. Die wichtigen Punkte liegen auf dem Tisch. Aber es gilt auch, aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen.

2015 sind Sie von Haus zu Haus gezogen, um die Menschen von sich zu überzeugen. Wie wird der Wahlkampf in Zeiten von Corona aussehen?

Ganz anders und sehr viel schwieriger. Aber das muss er mit Blick auf die Gesundheit auch. Ein wichtiger Bestandteil wird auf jeden Fall die Pressearbeit sein. Und natürlich wird es diverse Publikationen seitens der CDU geben, die wir unter den Bürgern verteilen.

Und was ist mit den sozialen Medien?

Die spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ich selbst bin auch bei Facebook und Co. aktiv. Ich befinde mich mit meinem Unterstützerteam noch in den Vorbereitungen für den digitalen Wahlkampf.

Wann wird er beginnen?

Gefühlt hat er schon begonnen, als meine Kandidatur öffentlich wurde. Richtig auf Touren wird er aber wohl erst kommen, wenn es im Frühjahr auf die Zielgerade geht.

Der CDU-Vorstand und die Fraktion haben Sie zum Kandidaten gekürt, die Nominierung durch die Mitglieder steht noch aus. Wie sicher ist Ihnen ihre Unterstützung?

Sehr sicher. Bei der Mitgliederversammlung Anfang September werde ich auf jeden Fall große Zustimmung bekommen, vielleicht sogar ein einstimmiges Ergebnis.

Was macht Sie so sicher?

Ich habe viele Gespräche mit Parteikollegen geführt, teils liegen sie schon länger zurück. Der Wunsch, dass ich erneut kandidiere, wurde immer wieder geäußert. Und nachdem meine Entscheidung vergangene Woche öffentlich wurde, habe ich sehr viele positive Rückmeldungen bekommen.

Bei der letzten Wahl holte Stefan Bechthold (SPD), der 2021 nicht mehr antritt, 56,81 Prozent der Stimmen, Sie kamen auf 43,19 Prozent. Werden Sie 2021 die Nase vorn haben?

Davon bin ich überzeugt, sonst würde ich nicht antreten. Die Ausgangsposition ist eine ganz andere als vor sechs Jahren. Ich bin durch meine politischen Ämter viel bekannter als damals. Außerdem trete ich nicht gegen einen Amtsinhaber an.

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