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Die Feuerwehr Fernwald beim Bewässerungseinsatz im heimischen Wald. FOTO: CON

Feuerwehr wässert junge Bäume

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Fernwald(con). Eine Gruppe von Feuerwehrfahrzeugen fährt durch den Wald. Im Gepäck haben sie 3000 Liter Wasser - doch von einem Brand weit und breit keine Spur. Der Einsatz ist anderer Art: Die Feuerwehrleute wässern neu angepflanzte Bäume.

Die vergangenen Jahre machen dem Wald schwer zu schaffen. Kiefern werden in naher Zukunft fast komplett verschwinden, der Buchenbestand hat schwere Schäden von der anhaltenden Trockenheit davongetragen. "Der Wald ist vom Klimawandel deutlich gezeichnet", erklärt Revierförster Jörg Sennstock.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird auch in Fernwald mit anderen Baumarten experimentiert: In den vergangenen Wochen wurden rund 5000 neue Bäume gepflanzt, darunter Stieleichen, die die Witterung sehr gut vertragen, dazu noch Ulmen und Erlen. "Allerdings sind auch diese neu bepflanzten Flächen schnell wieder trocken gefallen", berichtet Sennstock. Deshalb kam man auf die Idee, das Gespräch mit der Freiwilligen Feuerwehr zu suchen. Diese war schnell davon überzeugt, die jungen Bäume mit Wasser zu versorgen.

Seitdem rücken die Einsatzkräfte jede Woche aus. An einer der Flächen eingetroffen, werden Leitungen verlegt, Wasserverteiler aufgebaut und die Wasserpumpen angeworfen. Innerhalb weniger Minuten verteilen die Einsatzkräfte das mitgebrachte Wasser auf rund 0,4 Hektar. Auf dieser Fläche - eine von insgesamt vier - wachsen 1800 Bäume. Die Wassermenge, die sich dabei verteilt, entspricht etwa einem bis eineinhalb Sommergewittern.

Großes Problem

"Ich bin total dankbar, dass das gemacht wird", lobt Sennstock das Engagement der Einsatzkräfte. "Die Wassermenge bringt uns dann schon einmal eine Woche weiter." Viel Überzeugungsarbeit war allerdings bei der Feuerwehr nicht nötig: Durch die derzeit herrschenden Beschränkungen zum Infektionsschutz können die Aktiven keine normalen Übungen absolvieren, die Bewässerungseinsätze sind willkommene Abwechslung.

Und noch weitere Vorteile bringt die Aktion den Feuerwehren: "Wir lernen das Gelände im Wald und die Wege etwas besser kennen, das hilft, sollte es zu Waldbränden kommen", sagte Sebastian Büchling, Wehrführer in Steinbach. Gemeinsam mit Stellvertreter Marc Balser organisiert er die Einsätze. Ein weiterer Vorteil: Die Pumpen werden regelmäßig genutzt.

Bürgermeister Stefan Bechthold steht hinter der Hilfsaktion: "Immerhin ist der Wald neben Corona derzeit unser zweites großes Problem."

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