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Das Europeade-Festival in Frankenberg: Ein besonderes Erlebnis für die Mitglieder der Kinder- und Jugendtanzgruppe Annerod und ihre Begleiter.

Europa tanzt - und Annerod tanzt mit

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Fernwald (us). Rund 5000 Volkstänzer aus ganz Europa, geschätzt 100 000 Zuschauer an vier Tagen: Das nordhessische Frankenberg stand am Wochenende ganz im Zeichen des Folklore-Festivals Europeade. Mitten drin im Trubel: rund 20 Mitglieder der Kinder- und Jugendtanzgruppe aus Annerod. Seit Sonntag sind sie wieder daheim und Organisatorin Carla Rühl zieht enthusiastisch Resümee: "Einfach nur schön."

2020 geht es nach Litauen

Begleitet von Akkordeon, Kontrabass und Teufelsgeige haben die Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren drei Straßenauftritte absolviert. Als Nummer 114 sind sie am Samstag beim großen Umzug mitmarschiert und gerade noch rechtzeitig im Festzelt angekommen, ehe ein Gewitter mit Hagelschauern über Frankenberg niederging und dem Umzug ein vorzeitiges Ende setzte. Am Sonntag bei der Abschlusskundgebung standen die Anneröder in der Arena auf der Wehrweide vor den Augen von rund 3500 Zuschauern auf dem Rasen, als Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, der auch Präsident des Internationalen Europeade-Komitees ist, die Fahne an seinen Kollegen Vytautas Grubilauskas aus Klaipeda übergab. In Litauen wird die Europeade 2020 stattfinden.

Ob Schweden, Belgien oder Finnland: Die Anneröder Tanzgruppe lässt kaum eine Europeade aus. Rühl schätzt an der Veranstaltung die gelebte Völkerverständigung, das herzliche Miteinander und das Wiedersehen mit Gleichgesinnten, die man von früheren Treffen kennt. Die Verständigung sei kein Problem: "Das geht mit Händen und Füßen." Für dieses besondere Erlebnis nehmen die Teilnehmer auch Unbequemlichkeiten in Kauf. Die vielen Treppen und Hügel, die man in Frankenberg ständig rauf und runterlaufen muss, zum Beispiel. Oder die Übernachtung in einer Gemeinschaftsunterkunft: 20 Leute in Stockbetten in einem Klassensaal. "Was hab’ ich am Sonntagabend mein eigenes Bett geliebt", sagt Rühl und lacht.

Seit Februar hatten sich die Anneröder auf die Europeade vorbereitet. Dennoch: Präzision steht bei ihnen nicht im Vordergrund. "Wir werden keine Star-Tanzgruppe. Wichtig ist das schöne Miteinander", sagt die Organisatorin, die immer wieder hört: "Bei Euch sieht man, dass es den Kindern Spaß macht."

Ein ganz besonderes Erlebnis war für die Teilnehmer aus Fernwald die große Abschlusskundgebung am Sonntag. Aus nächster Nähe erlebten sie mit, wie Bürgermeister Grubilauskas nach der Übergabe der Europeade-Fahne zur Trompete griff, und "What a wonderful world" von Louis Armstrong anstimmte. Gesungen hat er dann auch noch.

Für die Anneröder steht bereits fest: Im kommenden Jahr in Klaipeda werden sie wieder mit dabei sein. Vor dem Festival wollen sie noch drei Urlaubstage an der Ostsee einschieben. "Wenn wir schon da sind, wollen wir das Baltikum auch näher kennenlernen." www-tanzgruppe-annerod.de

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