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Zeichen des Dankes: Spendenübergabe mit (v. l.) Robin Sittner, Florian Spies (beide SV Annerod) sowie Magda Zanella und Andreas Lutz vom Seniorenzentrum Annerod.

Einkaufsservice der besonderen Art

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Fernwald (pm). Alle Achtung: Seit dem 11. März 2020 unterstützen die Fußballer des ortsansässigen Sportvereins 1945 Annerod (SVA) die Alloheim Seniorenresidenz Annerod tatkräftig. »Zeit, mal ein freudiges Dankeschön auszusprechen«, unterstreicht Michelle Wolff (Sozialer Dienst des Seniorenzentrums).

Was vage als Kontakt zwischen Florian Spies (stellvertretender Abteilungsleiter Fußball und aktives Mitglied des Fußball-Fördervereins SVA) und der Einrichtung begann, hat sich bis heute zu einer festen Routine in beiden »Lagern« entwickelt. Alle 14 Tage greifen die mittlerweile gut abgestimmten Abläufe auf beiden Seiten. Die Sportler kommen zur festen Stunde vorbei, sammeln alle Einkaufszettel, ausreichend Baumwollbeutel und das nötige Kleingeld ein und machen sich auf den Weg nach Steinbach. Im Rewe-Markt von Michael Simon werden sie die nächsten zwei Stunden damit beschäftigt sein, für die Bewohner des Pflegeheims Einkaufszettel abzuarbeiten. Alle 14 Tage rekrutiert Spies für diese Einkäufe zwischen vier und acht Fußballer. Von aktiven Kickern über die Alt-Herren bis zum Förderverein haben aus der Fußballabteilung mittlerweile viele verschiedene engagierte Mitglieder geholfen. In der Regel sind es zwischen 65 und 80 Einzeleinkäufe, die abgewickelt werden müssen, Gesamtvolumen einer Session sind so doch mal schnell an die 900 Euro. Den Jungs macht es Spaß, wenn auch Woche für Woche von Spies, in einer eigens dafür entstandenen WhatsApp-Gruppe, darauf hingewiesen wird, dass der Einkauf wieder ansteht. Spies hat in dieser Angelegenheit seither den Hut auf und stimmt sich auch mit dem Personal des Alloheims ab.

Mittlerweile hat sich beim Einkauf jeder seine Methodik erarbeitet. Es gibt einen gewissen »Stamm« an Jungs, die eigentlich immer dabei sind, aber auch jede Woche wechselnde Kicker, die dabei helfen. Auch die örtlichen Rewe-Mitarbeiter wissen: Wenn der Tross mit den acht Einkaufswagen Richtung Kasse rollt, ist ein Mitarbeiter etwa 40 Minuten damit beschäftigt, jeden einzelnen Einkauf auch einzeln abzukassieren. Das bedeutet Akkordarbeit. »Grundsätzlich freuen sich aber alle, dass wir das machen«, heißt es.

»Mein Anreiz für diese Aktion war es, unserem doch sehr jungen Team zu vermitteln, dass es sich durchaus lohnt, sich zu engagieren. Viele unserer Jungs spielen zwar Fußball in Annerod, haben aber zum Ort selbst wenig bis keinen Bezug«, erläutert Spies. Jeder identifiziere sich und sei stolz, Fußballer beim SVA zu sein - »aber so eine soziale Komponente ist doch noch mal was ganz anderes«. Es mache ihn sehr stolz zu sehen, dass der Verein auch in einem solchen Fall und für einen solchen Zweck auf jeden zählen könne. »Selbstverständlich ist das nicht, dass sich ein 20-Jähriger an einem Nachmittag für so etwas begeistern lässt«, resümiert Spies.

Andreas Lutz (Leitung der Senioren-Residenz) dankte den Fußballern mit einer Spende über 500 Euro für den Fußball-Förderverein des SVA: »So viel Engagement haben wir selten erlebt.« Auch das Personal werde durch die Aktion entlastet, habe Zeit für andere ebenso wichtige Tätigkeiten. Lutz bekräftigt: »So ein Einsatz ist nicht alltäglich.«

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