Eine Frage der Wertschätzung

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Fernwald (con). Solidaritätsbekundungen mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, das Baugebiet Jägersplatt III in Annerod, die Friedhofsnutzung und die Wasserversorgung in Fernwald waren Tagesordnungspunkte der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde am Mittwoch.

Ein Zeichen zur Wertschätzung deutscher Soldaten: In Hessen nehmen bereits viele Kommunen an der Aktion "Gelbe Schleifen" zur Würdigung der Arbeit der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr teil - im Kreis Gießen beispielsweise Buseck und Heuchelheim. Jetzt will sich auch die Gemeinde Fernwald dieser Aktion anschließen: Mit vier Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen empfahl der HFA am Mittwoch der Gemeindevertretung die Annahme eines entsprechenden Antrags der CDU. Mit dem symbolischen Anbringen einer namensgebenden "Gelben Schleife" am Rathaus soll die Gemeinde ihre Solidarität und Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Kosten würden dadurch keine entstehen, so die antragstellenden Fraktion. Die hohe Anzahl von Enthaltungen zu dem Antrag liegt im Übrigen darin begründet, dass die anderen Fraktionen noch nicht ausreichend hierzu beraten konnten.

Auch die Entwicklung des 4. Abschnitts des Baugebiets Jägersplatt III steht in den Startlöchern. Doch bevor es hier zu einer Erschließung kommt, soll erst noch ein städtebaulicher Vertrag mit dem Projektpartner abgeschlossen werden. Hierzu gab es die einstimmige Zustimmung aus dem Ausschuss.

Nach der letzten Kalkulation der Friedhofsgebühren beschloss der Gemeindevorstand an seiner Sitzung am 25. September, der Gemeindevertretung eine Erhöhung der Friedhofsgebühren vorzuschlagen: Ab 1. Januar 2020 soll eine Gebührenerhöhung auf einen Deckungsgrad von 65 Prozent erfolgen, zum 1. Januar 2021 dann eine weitere Erhöhung um 20 Prozent. Bislang wurde mit einem Deckungsgrad von etwa 37 Prozent gearbeitet. Zur Sitzung des Ausschusses stellte deshalb Felix Preuß von der Schüllermann und Partner AG die neuen Gebührenkalkulationen vor.

Dienstleistungen werden teurer

Durch die Neuberechnung werden viele Dienstleistungen teurer als bisher, so wird eine Erdgrab für Erwachsene (inklusive Bestattung, Grabnutzung und Grabräumung) bei einem 65-prozentigen Deckungsgrad in Zukunft 1941 Euro kosten - bisher fielen hier 1450 Euro an. Für einen Urnenreihengrab werden statt den bisherigen 700 Euro zukünftig wohl 911 Euro fällig. Nicht in diese Rechnung mitaufgenommen ist die Nutzung einer Trauer- oder Aussegnungshalle auf einem der Friedhöfe und die Nutzung der Leichenhalle. Gerade was die Nutzung der Trauerhallen angeht, müssten bei 65 Prozent Deckungsgrad auch hohe Kosten in Kauf genommen werden: Rund 298 Euro würden hier fällig werden, weshalb sich der Gemeindevorstand dafür ausspricht, hier mit einem niedrigeren Deckungsgrad zu arbeiten: 100 Euro soll für die Nutzung der Räume auf den Friedhöfen in Albach oder Steinbach fällig werden, 250 Euro in Annerod. Aus den Reihen des HFA erhielt die Änderung der Gebührenordnung einen einstimmigen Zuspruch. Insgesamt gibt es jährlich etwa 60 Beisetzungen im Gemeindegebiet, darunter bis zu drei Erdbestattungen.

Für die Neufassung der Wasserversorgungssatzung und der Entwässerungssatzung liegen nun ebenfalls neue Kalkulationen vor: Die Wassergebühr soll von bislang 1,83 Euro pro Kubikmeter auf 2,05 Euro steigen. Auch die Schmutzwassergebühr wird sich leicht erhöhen - von bislang 2,53 Euro pro Kubikmeter auf 2,58 Euro. Die Niederschlagswassergebühr wird dagegen leicht sinken: Von 0,35 Euro pro Quadratmeter auf 0,33 Euro. Die Neukalkulationen sind nötig, um hier kostendeckend zu arbeiten und die Fehlbeträge aus den Vorjahren auszugleichen. Beide Satzungsänderungen erhielten den Zuspruch aus dem Gremium.

Im weiteren Verlauf wurde Jörg Haas (SPD) zum neuen 1. Stellvertreter des Ausschussvorsitzenden gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Erich Balser an.

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