Die Plattschwätzer und das Steak

  • vonPatrick Dehnhardt
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Was waren das noch für Zeiten, als man mit Freunden Essen gehen und in einem Restaurant sitzen konnte! Vor einem Jahr ging das noch. Zumal solch ein Restaurantbesuch nicht nur gut war, um Kontakte zu pflegen, sondern sich dabei auch die eine oder andere Anekdote ereignete. Karl-Heinz Theiß schildert für die »Plattschwätzer« eine in Mundart.

»Eas draffea sich nooch vielea Jueahn dswie aalea Schoaulkomearoadea ean säi gengea mereanannear Äeassea [Es trafen sich nach vielen Jahren zwei alte Schulkameraden und sie gingen miteinander Essen].

Dea Rainhard woar enn efachea Doarfbeawohnear geableawwea ean aus eam Hälmud woar enn vornehmea Schdoadmensch woann [Der Reinhard war ein einfacher Dorfbewohner geblieben und aus dem Helmut war ein vornehmer Stadtmensch geworden]. Wäi eas Äeassea kuum, lächea dswä onnearschiedlich grußea Schdeegs off dem Särwierdällear [Als das Essen kam, lagen zwei unterschiedlich große Steaks auf dem Servierteller].

Dea Rainhard nuhm sai Goawweal ean schnabbd sich eas grissdea Schdeeg [Der Reinhard nahm seine Gabel und schnappte sich das größte Steak]. Do sääd dea Hälmud: ›Aich sai so eadsähjea, doas mear sich als Irschdear nidd glaich eas grissdea Schdegg Flääsch nimmd. Aich hädd mear o Daijear Schdäll eas Glensdea geanommea‹ [Da sagt der Helmut: ›Ich bin so erzogen, dass man sich als Erster nicht gleich das größte Stück Fleisch nimmt. Ich hätte an Deiner Stelle das Kleinste genommen‹].

Dea Rainhard droff: ›So kenn aich Daich ean doarim hun aich geadoochd, nimmsd dear oom Bäsdea glaich eas Grußea‹ [Der Reinhard darauf: ›So kenne ich Dich und darum habe ich gedacht, nimmst dir am Besten gleich das Große‹].«

Nun ja, egal ob Steak oder Loriots Kosakenzipfel - es wäre doch schön, wenn sich bald wieder solche Ereignisse in den heimischen Gaststätten und Restaurants zutragen können. Dann gibt’s vielleicht auch mal wieder was zu erzählen. pm

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