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Die Großgemeinde Fernwald wird im kommenden Jahr Kredite in Höhe von 4,3 Millionen Euro aufnehmen müssen. SYMBOLFOTO: DPA

"Dicke Brocken": Kitas und Personalplan

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Fernwald(con). Der Haushalt der Gemeinde Fernwald für das Haushaltsjahr 2020 ist eingebracht: Am Dienstagabend stellte Bürgermeister Stefan Bechthold anlässlich der Gemeindevertretersitzung in Steinbach das aktuelle Zahlenwerk vor. Das sieht auf den ersten Blick sehr gut aus: Erträgen von derzeit 16,5 Millionen Euro stehen Aufwendungen von rund 16 Millionen Euro gegenüber - und damit wird mit einem Haushaltsüberschuss in Höhe von rund von 512 000 Euro gerechnet.

Die Höhe der Kredite für das kommende Jahr beträgt 4,3 Millionen Euro, die Höhe der Verbindlichkeiten bei den Banken liegt derzeit bei 6,6 Millionen Euro. "Aber eine Herausforderung könnte die schwächere Konjunktur sein", gab der Bürgermeister zu bedenken, und merkte an: "Es gibt immer wieder starke Schwankungen bei der Gewerbesteuer in Fernwald". Etwa ein Drittel der Aufwendungen (rund 5,5 Millionen Euro) entsteht durch die Personalkosten. Und hier muss die Gemeinde auch weiterhin nachlegen: Im kommenden Jahr sollen vier neue Stellen im Bereich der Kinderbetreuung geschaffen werden - insgesamt machen die Kitas rund 56 Prozent der vorhandenen Stellen im Personalplan aus. "Wir setzen schon seit Jahren auf höchste Qualität bei der Kinderbetreuung und das werden wir auch weiterhin tun", versicherte Bechthold. Trotzdem geht er davon aus, dass "herausfordernde Haushaltsberatungen" vor den Gemeindevertretern liegen werden. Denn auch das vorgestellte gute Ergebnis könne leicht kippen - weshalb der Gemeindevorstand empfehle, die Grundsteuer B auf 600 Punkte zu erhöhen. "Wir müssen verantwortlich mit unserer Situation umgehen und an den Stellschrauben stellen, die sich uns bieten, um auch die prognostizierten Defizite aus Vorjahren auszugleichen sowie den verpflichteten Liquiditätspuffer für die Folgejahre zu bilden", führte Bechthold aus.

Allein die Höhe des erzielten Mehrertages durch die Anpassung der Grundsteuer B für das kommende Jahr (+ 329 082 Euro) entspricht laut Bechthold in etwa den erhöhten Personal- und Versorgungsaufwendungen im Bereich Kinderbetreuung Kita Annerod III (+ 298 920 Euro). Er unterstrich: "So bitter die Wahrheit ist: Die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen zahlen am Ende die Bürger - entweder über die Grundsteuer B oder durch deutliche Einschnitte im Leistungsangebot."

10,7 Mio. Euro Steuereinnahmen

Die Erträge der Gemeinde resultieren mit 10,7 Millionen Euro zum größten Teil aus Steuereinnahmen, weitere 2,1 Millionen Euro stammen aus öffentlich-rechtlichen Leistungsentgelten, und 2 Millionen Euro setzen sich aus Zuweisungen, Zuschüssen und Umlagen zusammen. Besonders große Investitionen für das kommende Jahr sind der Neubau der Kita in Annerod mit rund 4 Millionen Euro sowie die Anschaffung eines Löschfahrzeugs für die Feuerwehr Annerod mit 180 000 Euro. Auch der Wechsel der bisherigen Straßenbeleuchtung auf LED schlägt mit Kosten in Höhe von rund 125 000 Euro zu Buche; der Baukostenanteil am Klärwerk Gießen beträgt 174 000 Euro.

Im weiteren Verlauf der Gemeindevertretersitzung berichtete der Verwaltungschef außerdem, dass im Hinblick auf den diesjährigen Haushaltsvollzug die Ziele erreicht worden seien und sich im Bereich der Aufwendungen sogar verbessert hätten - man konnte günstiger arbeiten als geplant. Dazu ging ein Förderbescheid über 100 000 Euro für die Umbauarbeiten bei der Kita "Schatzinsel" in Albach ein.

Warten auf neue Blühflächen

Dem Waldwirtschaftsplan für das kommende Jahr wurde die einstimmige Zustimmung der Gemeindevertreter zuteil. Anders sah das bei einem Antrag der Grünen aus: Bereits 2016 wurden verschiedene Areale im Gemeindebereich als Blühflächen ausgewiesen - doch getan hat sich seitdem nichts. Deshalb stellte die Grünen-Fraktion nun den Antrag, ein Grundstück im Bebauungsplan "Tulpenweg" als Blühfläche anzulegen. Doch über diesem Baugebeit schwebt derzeit ein Verfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel, weshalb die meisten Gemeindevertreter gegen den Antrag stimmten - mit neun Ja-Stimmen und 17 Gegenstimmen wurde das Vorhaben mehrheitlich abgelehnt. Jedoch will Bürgermeister Bechthold zur nächsten Sitzung des Bauausschusses darüber berichten, warum bislang keine der Blühflächen angelegt wurde.

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