Die zweite Amtszeit will er noch vollenden, dann ist Schluss: Stefan Bechthold wird bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Fernwald nicht mehr antreten. FOTO: US
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Die zweite Amtszeit will er noch vollenden, dann ist Schluss: Stefan Bechthold wird bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Fernwald nicht mehr antreten. FOTO: US

Bürgermeister

Bechthold tritt in Fernwald nicht mehr als Bürgermeister an

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Stefan Bechthold steht nicht für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister von Fernwald zur Verfügung. Der 54 Jahre alte Sozialdemokrat strebt nach einer neuen Herausforderung.

Er hat monatelang mit Vertrauten und vor allem mit seiner Familie beraten. Nachdem die Entscheidung gefallen war, hat Bürgermeister Stefan Bechthold am Donnerstagabend die SPD, am Freitagvormittag seine Mitarbeiter in der Verwaltung und anschließend die Presse informiert. Seine Botschaft war deutlich: "Für eine dritte Amtszeit stehe ich nicht zur Verfügung."

Heißt konkret: Am 1. Januar 2022 wird ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin auf dem Chefsessel in der Gemeindeverwaltung Platz nehmen. Gewählt wird im kommenden Jahr, ein Termin im Frühsommer zusammen mit der Landratswahl und weiteren Bürgermeisterwahlen ist wahrscheinlich.

Kräftezehrendes Amt

Wie andere seiner Kollegen auch, hat Bechthold die Erfahrung gemacht, dass das Bürgermeisteramt an den Kräften zehrt. Der öffentlichen Kritik, der sich die Amtsinhaber stellen müssen, fehle es vielfach an Respekt, bedauert er. Teilweise sei auch die Familie betroffen. Zudem gebe es in Fernwald "nichts, was wir tun, was nicht mit Widerstand begleitet wird", sagt der Bürgermeister in Anspielung auf den Fraktionsvorsitzenden der Grünen. Doch solche Schwierigkeiten spornten ihn eigentlich eher an. Entscheidend für seinen Rückzug sei eine andere Überlegung. "Ich bin 54 Jahre alt. Wenn ich nach den aus meiner Sicht erfolgreichen Jahren in Fernwald noch einmal etwas Neues machen möchte, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür." Ob er sich eine neue Aufgabe in der Politik oder in einem anderen Betätigungsfeld suchen werde, sei offen. "Richtig konkret ist da nichts." Aber er sei ja auch noch bis zum 31. Dezember 2021 Bürgermeister. "Solange gebe ich Vollgas."

SPD bedauert den Rückzug

In der SPD hat man den Rückzug des Bürgermeisters mit Bedauern aufgenommen. "Es war seine persönliche Entscheidung", sagt Ortsvereinsvorsitzender Manfred Riedl. "Wir hätten eine dritte Kandidatur uneingeschränkt unterstützt." Vorstand und Fraktion seien am Donnerstagabend offiziell von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden. Da sich die Entwicklung zuvor bereits abgezeichnet habe, seien in kleiner Runde bereits ernsthafte Gespräche mit möglichen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl geführt worden. "Der Vorstand ist zuversichtlich, zeitnah einen Vorschlag unterbreiten zu können." Bechtholds Leistung der zurückliegenden Jahre sei jedenfalls ein Pfund, mit dem Fernwald wuchern könne.

Stolz auf das Erreichte ist auch der Bürgermeister. "Das schafft man nur mit einer tollen Verwaltung." Deren Umstrukturierung zu einem modernen Dienstleistungszentrum sei eine zentrale Aufgabe nach seinem Amtsantritt gewesen. Die Ausweisung neuer Baugebiete, die Vermarktung von Gewerbeflächen und die Ansiedlung neuer Betriebe, den Solarpark in Albach oder auch die Interkommunale Zusammenarbeit verbucht Bechthold für sich auf der Haben-Seite. "Ich bin mit mir absolut im Reinen", versichert er. Dass er auch belastende Phasen gemeistert habe, sei nicht zuletzt der Unterstützung seiner Partei zu verdanken. "Die Geschlossenheit der SPD hat mich immer getragen."

Weiter Engagement für die Partei

Auch wenn Bechtholds berufliche Zukunft offen ist, eine Entscheidung ist längst gefallen. Er wird weiter in Fernwald wohnen, im neu gebauten Haus in Annerod. "Das war die Bedingung der Familie", erzählt er. "Wir sind hier wirklich zu Hause."

Zu Hause fühlt sich der Sozialdemokrat auch in seiner Partei. "In der SPD wird man mich weiter politisch erleben." Für ein kommunales Gremium allerdings will sich Bechthold nicht zur Verfügung stellen. Da ist er kategorisch: "Das tut man als ehemaliger Bürgermeister nicht."

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