Auf die Bordsteinhöhe kommt es an

  • vonRedaktion
    schließen

Fernwald (pm). Um die Modernisierung der Bushaltestellen innerhalb der Großgemeinde voranzubringen, hatte die Fraktion der Freien Wähler (FW) Anfang 2021 einen Antrag in der Gemeindevertretung gestellt. Dabei geht es sowohl um die barrierefreie Gestaltung als auch um eine Verbesserung des Komforts bei der Nutzung der Buslinien.

Seit dem Inkrafttreten des hessischen Mobilitätsfördergesetzes stellt das Land Hessen jährlich mindestens 100 Millionen Euro für die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse sowie eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in den Kommunen zur Verfügung. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung des ÖPNV mit dem Bau und Ausbau von Bushaltestellen. Damit die Fördergelder in Anspruch genommen werden können, müssen Förderkriterien erfüllt werden.

Ausschlaggebend für einen barrierefreien Ein- und Ausstieg ist vor allem die Bordsteinhöhe. Für Blinde und Sehbeeinträchtigte wird der Einbau von taktilen Leitsystemen empfohlen, das sind spezielle Pflastersteine mit Noppen oder Rippenplatten.

Neben der barrierefreien Gestaltung der Bushaltestellen werden auch weitere Bauvorhaben zur Verbesserung der Haltestellenausstattung vom Land gefördert. Dazu gehören z. B. die Ausstattung der Bushaltestellen mit einem Witterungsschutz, ausreichend Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellplätzen und Informationseinrichtungen.

Zusätzlicher Bedarf in Annerod

Die FW haben bei ihrer Bestandsaufnahme aller 18 Bushaltestellen in Steinbach, Albach und Annerod festgestellt, dass die gestufte Bordsteinhöhe nicht überall vorhanden ist. Außerdem fehlt bei einigen Haltestellen der Witterungsschutz. »Damit wir die Förderung vom Land nutzen können, muss dringend geklärt werden, an welchen Haltestellen Verbesserungen erzielt werden können, besonders im Hinblick auf die jetzt kaum vorhandenen gestuften Bordsteinhöhen. Die Verbesserungsmaßnahmen müssen gebündelt werden, denn die Förderung greift nur, wenn die Kosten der Umbaumaßnahmen oberhalb der sogenannten Bagatellgrenze von 100 000 Euro liegen«, erklärt Ulrike Bell-Rieper. Die FW sehen in einer Modernisierung der Haltestellen Vorteile für einen Großteil der Fernwälder Bürger. »Von der Barrierefreiheit profitieren alle, die etwa mit Kinderwagen, Fahrrad, Rollator oder schweren Einkaufstaschen, Koffer und Gepäck unterwegs sind. Auch die aktiven Senioren, die unsere Buslinien regelmäßig nutzen, werden den ebenerdigen Ein- und Ausstieg zu schätzen wissen«, so Susanne Keller-Carle.

In dem Antrag fordern die FW auch eine Haltestelle im Anneröder Neubaugebiet im Bereich des Kreisverkehres. Die Verhandlungen dafür sollen mit dem Regierungspräsidium Gießen aufgenommen werden, damit die Erreichbarkeit des geplanten Norma Marktes verbessert und ein nahtloser Anschluss an den ÖPNV für die Neubaugebiet-Bewohner ermöglicht wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare