Carola Leipert
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Carola Leipert

Fernreise zur Dämmerstunde

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Wüste, Weite und Wellen - die landschaftliche Vielfalt und die Herzlichkeit der Menschen in Namibia üben auf Carola Leipert eine besondere Faszination aus. Von ihrem Zuhause in Fernwald-Steinbach aus träumt sie sich regelmäßig in das südliche Afrika: als Autorin. Mit "Tage wie Sonnengold" legt die 44-Jährige nun ihren neuen Roman vor.

Es ist ein Roadtrip der besonderen Art: "Tage wie Sonnengold" bringt die Leser des neuen Romans von Carola Leipert mitten in die zauberhafte Landschaft von Namibia. "Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit, in Zeiten von Corona zu reisen - mithilfe einer Geschichte, die uns hilft, uns in die Fremde zu träumen", ist die ausgebildete Reiseverkehrskauffrau und Diplom-Biologin überzeugt.

Die 44-Jährige, die mit ihrer Familie in Steinbach lebt und nun in Teilzeit als Jobcoach bei einem Bildungsträger in Gießen beschäftigt ist, machte aus der Not eine Tugend. Sie entschloss sich seinerzeit, die pandemiebedingte Zwangspause zur Vollzeitbetreuung ihres fünfjährigen Sohnes zu nutzen, um ihren mittlerweile sechsten Roman zu schreiben. Weil der Kindergarten geschlossen war und der Junior daheim bleiben musste, hatten Carola und Marco Leipert ihr Familienleben neu zu organisieren.

"Ich habe mir oft den Wecker auf fünf Uhr gestellt und dann bis sechs, sieben Uhr geschrieben. Oder abends, ab 22, 23 Uhr. Und dann durch bis ein Uhr nachts", blickt die Autorin schmunzelnd auf ihre Kreativphasen zur jeweiligen Dämmerstunde zurück. Ob im Arbeitszimmer unter dem Dach oder beim Schreiben mit Aussicht auf dem Balkon - diese Form des Arbeitens habe jedenfalls sehr viel Disziplin von ihr erfordert.

Mit dem neuen Liebesroman bleibt Leipert ihrem Genre treu. Temporeich und schlagfertig, dabei jedoch romantisch und tiefgründig erzählt sie die Geschichte von Adrian und Hannah, die eine Reise durch Namibia unternehmen. Diese Tour war anders geplant, denn Hannah hatte sich ursprünglich mit ihrem Freund Hendrik auf Achse machen wollen. "Doch stattdessen wartet Adrian am Flughafen auf sie - mit abenteuerlichen Konsequenzen und erschütternden Wahrheiten, die in Namibia ans Tageslicht kommen...", macht die Autorin Appetit auf die "Tage wie Sonnengold", ohne vorab zu viele Details dieser Lektüre zu verraten.

Jene Details, etwa zu atemberaubenden Landschaften sowie zumeist handverlesenen Lodges und Camps, kennt die Autorin nur zu gut aus eigener Anschauung. Sind ihre Romanfiguren und deren Story ihrer Fantasie entsprungen, so hat Leipert die einzelnen Schauplätze selbst bereist und dabei in ihr Herz geschlossen.

Begegnung in Windhoek

Ihr Debüt hatte die Hobby-Autorin 2013 mit dem Roman "Das Tal der Zebras" gegeben. Angesiedelt war diese Geschichte in einer südafrikanischen Forschungsstation, die Leipert während ihres Studiums der Verhaltensbiologie besucht hatte. Den beruflich bedingten Aufenthalt auf dem Schwarzen Kontinent verknüpfte sie damals mit einer zweiwöchigen Reise durch das benachbarte Namibia - und erlag der Faszination dieses Landes. Drei Rundreisen später hat sie längst einen guten Einblick von Land und Leuten, hat inzwischen in Namibia etliche Kontakte aufgebaut. So verwundert es kaum, dass ihre Romane mittlerweile sogar in einem Buchladen in Swakopmund zu haben sind.

Der Ort, an dem das Finale der "Tage wie Sonnengold" spielt, dürfte bei Lesern dieser Zeitung ganz bestimmte Assoziationen an ein Paar aus dem Gießener Land wecken: Schauplatz ist die "Immanuel Wilderness Lodge", ca. 15 Kilometer nördlich von Windhoek. Betrieben wird die Anlage von Sabine und Stephan Hock, die früher unter anderem in Leihgestern und Allendorf lebten und vor 14 Jahren nach Namibia ausgewandert sind.

Durch die im Laufe ihrer Rundreisen geknüpften Kontakte weiß Carola Leipert auch, wie heftig die Tourismusbranche in dem bei Fernreisenden beliebten Reiseland Namibia unter der Corona-Krise zu leiden hat: "Die Einnahmen brechen weg." Mit ihrem Buch, so hofft sie, könne sie vielleicht sogar den ein oder anderen Leser animieren, dereinst eine Fernreise ins südliche Afrika zu planen. Auf der Agenda der Familie Leipert jedenfalls steht eine solche Tour schon längst. FOTO: ALEXANDRA MAZAR

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