Sanierung ohne Vorbehalte

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Die Willy-Brandt-Schule in Gießen soll von Ende 2019 bis Ende 2023 umfänglich saniert werden. Die Kosten werden heute auf 17,6 Millionen Euro beziffert - mehr als doppelt so hoch wie noch 2016 geplant. Dennoch ist man sich in der Kreispolitik einig: Es muss gemacht werden.

Im Schulausschuss des Kreistags, der gestern unter Vorsitz von Martin Hanika (CDU) tagte, wurde kräftig debattiert, wurde auch einiges an Vergangenheitsbewältigung betrieben angesichts der Vorgeschichte mit diversen Um- und Neuplanungen. Gleichwohl stand am Ende der Beratung die Empfehlung an den Kreistag, der am Montag beschließt: Das Geld ist freizugeben, die Arbeiten in Sachen Brandschutz, mit kompletter Sanierung der Haustechnik, neuen Böden, etc. sind auf den Weg zu bringen. Und zwar einschließlich der Sanierung der Dächer im Obergeschoss und der Erneuerung der Fensterelemente.

Dafür haben sich nicht nur die Koalitionsfraktionen SPD, Grüne und Freie Wähler ausgesprochen. Zustimmung kam auch von der CDU und der Linken. Enthaltungen signalisierten im Ausschuss FDP und die Vertreter der AfD. Die zahlreich anwesenden Vertreter der Schulgemeinde werden das Votum positiv zur Kenntnis genommen haben.

In der CDU wurde in den vergangenen Tagen geargwöhnt, dass das Sanieren des Flachdaches und der Austausch der Fenster womöglich wieder rausrutschen könnten. Denn diese beiden Positionen standen unter einem Finanzierungsvorbehalt. Der soll auf Antrag der CDU nun gestrichen werden; auch die Koalition geht dies mit. Details dazu werden am morgigen Donnerstag im Finanzausschuss geklärt.

Schul- und Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) unterstrich gestern vor der Sitzung nochmals: "Ich will, dass es gut gemacht wird." Und appellierte: "Wir sollten jetzt nach vorne schauen!" Sie wies den von der CDU erhobenen Vorwurf zurück, man habe in den zurückliegenden Jahren nichts getan, verwies dabei auf die konzeptionelle Arbeit mit der Schulgemeinde und in Folge die vorbereitenden Arbeiten durch Fachbüros und Architekt.

Das Geld für die nun statt bei 8,4 auf 17,6 Millionen Euro bezifferten Kosten kann der Kreis in den kommenden vier Jahren aufbringen; unter anderem durch zusätzliche Einnahmen und das Verschieben eines anderen Schulprojekts, nämlich die Sanierugn der Gallusschule in Grünberg. Da soll in einem ersten Schritt nur das Dringlichste erledigt werden. Weitere Sanierung oder gar Neubau nach 2023.

Während der Sanierung der Willy-Brandt-Schule in drei Bauabschnitten wird ein Teil des Berufsschulbetriebs nach Biebertal in die einstige Gesamtschule verlagert - dort sind ausreichend Flächen frei. Die Umzugskosten und das Herrichten der Räume samt IT-Technik dort beziffert Schmahl auf weniger als 400 000 Euro.

(Weiterer Bericht folgt)

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