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Stolze Gastgeber: Die Jugendfeuerwehr aus Nonnenroth beim Festzug.

Familientreffen der Feuerwehrleute

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Es gibt immer wieder Debatten, ob ein Kreisfeuerwehrtag oder Kreisverbandstag heute noch zeitgemäß sei. Wer den am Sonntag in Nonnenroth miterlebt hat, wird behaupten, dass er es definitiv ist.

Weit über 2000 Feuerwehrleute trafen sich am Sonntag in Nonnenroth, um zu feiern, in einem Festzug durchs Dorf zu ziehen und Kontakte zu pflegen. Die Atmosphäre glich der eines Familientreffens.

Im Kreis Gießen gibt es knapp 100 Freiwillige Feuerwehren, dazu eine Berufs- und zwei Werksfeuerwehren. Die Ehrenamtlichen kennen sich: Mal hat man gemeinsam Lehrgänge besucht, mal bei Unwettern mitten in der Nacht Keller ausgepumpt oder bei Großbränden gegen die Flammen gekämpft. An einem Termin im Jahr kann man eigentlich alle Feuerwehrleute wiedertreffen: zum Kreisverbandstag. Dann kommen jene zusammen, die ein Hobby betreiben, das nicht nur Freude macht: Es bringt auch mit sich, nach einem harten Arbeitstag nachts um 3 Uhr aufzustehen und manchmal "nur" eine Ölspur entfernen. Oder viele Stunden des Nachbarn Haus zu löschen. Bei Unfällen oder Türöffnungen werden die Einsatzkräfte nicht selten mit dem Tod von Menschen konfrontiert. Das belastet. Um dabei die Motivation nicht zu verlieren, ist neben einer guten Ausbildung und ordentlicher Ausrüstung vor allen Dingen eines wichtig: Gemeinschaftsgefühl und Motivation. Dies verdeutlichte auch Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch in seinem Grußwort zur Kundgebung: "Motivation und Spaß" seien eine der drei Stützpfeiler dieses Ehrenamts. Er freute sich daher besonders, dass in Nonnenroth dieses Familientreffen der Feuerwehr stattfand. "Es ist in den letzten zehn Jahren der dritte Kreisfeuerwehrtag in Hungen - ich denke, wir sind gute Gastgeber." 2012 wurde in Villingen gefeiert, 2018 fand mangels Ausrichter ein alternativer Kreisverbandstag in Inheiden statt. Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Michael Klier verglich die beiden Modelle und kam zu einer Antwort auf die eingangs gestellte Frage: "Wir sind der Überzeugung, dass beide zukunftsfähig sind."

Innenminister Peter Beuth dankte den Feuerwehrleuten für ihre Arbeit: "Sie rücken nicht 365 Tage im Jahr aus - aber Sie halten sich 365 Tage im Jahr bereit." Die Kommunen und das Land investierten jedes Jahr in die Fahrzeuge und Gerätschaften der Feuerwehren. Doch Autos allein löschten keine Brände. Beuth: "Das Wichtigste sind die Investitionen in die Menschen." Die Bürgermeister Bernd Klein (Lich), Patricia Ortmann (Biebertal) und Jörg König (Linden) unterstrichen mit ihrer Anwesenheit bei der Kundgebung, dass sie hinter ihren Feuerwehren stehen.

Im Anschluss setzte sich der Festzug durch den Ort in Bewegung. Da die Landesstraße nicht gesperrt, sondern nur überquert werden durfte, ging es über eine Streuobstwiese. Der Schatten dort wurde von den Festzugteilnehmern dankbar angenommen. Die Musikgruppen aus Muschenheim, Eberstadt, Reiskirchen, Großen-Linden und Villingen hatten bei den heißen Temperaturen Höchstleistungen zu bringen. Diese wurden von den Zuschauern jedoch mit viel Applaus gewürdigt. Die historische Feuerspritze aus Harbach sorgte für Abkühlung. Im Anschluss an den Festzug wurde im Zelt mit den "Mostlandstürmern" gefeiert. Um den Brandschutz musste sich an diesem Tag übrigens niemand Sorgen machen: Bereits im Vorfeld war geklärt worden, dass einige zu Hause bleiben, um im Einsatzfall helfen zu können. Sie sind dann beim nächsten Kreisfeuerwehrtag 2020 in Queckborn bestimmt wieder mit dabei.

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