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Die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Wiesbaden zum 125-jährigen Bestehen des Malerbetriebes überreicht Hartmut Gall (r.) an Regine und Klaus Leithäuser.

Familienbetrieb in vierter Generation

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Gießen (sel). Die Gießener Malerfirma Rudolf Leithäuser GmbH & Co KG mit Sitz im Watzenborner Weg 14, auch unter dem Namen Fink-Leithäuser Raum- und Fassadengestaltung bekannt, besteht seit 125 Jahren. Damit zählt das alteingesessene Handwerksunternehmen vermutlich zu den ältesten - wenn es nicht gar der älteste ist - noch am Markt aktiven Malerbetrieben in Mittelhessen. Wurde das 100-jährige Bestehen vor einem Vierteljahrhundert in großem Rahmen öffentlich gefeiert, so fand der 125. Geburtstag im Rahmen der erweiterten Handwerksfamilie Leithäuser am Firmensitz im Schiffenberger Tal statt. Die Ehrung durch die Handwerkskammer Wiesbaden inklusive.

Im Auftrag der Handwerkskammer übergab Hartmut Gall (Langd), langjähriger Obermeister der heimischen Maler- und Lackierer-Innung Gießen sowie auch stellvertretender Kreishandwerksmeister, die Jubiläumsurkunde zu dem doch mittlerweile eher seltenen Firmenjubiläum im Kreise der Mitarbeiterschaft an Geschäftsführer Klaus Leithäuser und dessen Ehefrau und Bürochefin Regine. Beide stehen an der Spitze eines 25-köpfigen Mitarbeiterteams, zu dem aktuell auch drei Auszubildende gehören.

Ausbildung wird beim Handwerksbetrieb Leithäuser schon seit Jahrzehnten großgeschrieben. Weit über 100 Lehrlinge haben im Laufe des letzten halben Jahrhunderts hier das Malerhandwerk erlernt. Und das mit Akribie. "Denn", so Klaus Leithäuser, "Ich kann mich nicht erinnern, dass in all die Jahren einer unserer Lehrlinge im praktischen Teil der Gesellenprüfung durchgefallen wäre."

Engagierter Ausbildungsbetrieb

Und immer wieder ragen Leithäuser-Lehrlinge durch ihre Leistungen heraus, auf Innungsebene, dann als Landessieger im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend und in dessen Folge auch "auf dem Treppchen" beim Bundesfinale der besten Junggesellen aus allen 16 Bundesländern. So Florian Klee mit dem 3. Platz von beim Bundesleistungswettbewerb 2015 und Kathrin Turi 2010 mit dem 2. Platz. Turi ist ihrem Ausbildungsbetrieb treu geblieben und zählt im Jubiläumsjahr 2019 als eine von drei Meistern ihres Handwerks zur Führungsebene der Rudolf Leithäuser GmbH & Co. KG.

Neben der regelmäßigen Schulung der Mitarbeiter steht auch der Bereich Ausbildung für den Geschäftsführer nicht nur im eigenen Betrieb in der Prioritätenliste ganz oben an. Denn Klaus Leithäuser ist seit einigen Jahren auch Landesinnungsmeister seines Gewerks und dazu weiterhin Vorstandsmitglied der Gießener Malerinnung.

Namens aller Mitarbeiter gratulierte Betriebsrat Hans-Georg Keil der Geschäftsleitung und damit zugleich auch der Belegschaft zum Jubiläum des Handwerksbetriebs, dessen Geschichte im Jahr 1894 begann. Es war Johannes Fink, der Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers Klaus Leithäuser, der in Watzenborn-Steinberg seinen Malerbetrieb gründete. Und schon bald seine Geschäftstätigkeiten aus dem Dorf in die benachbarte Stadt Gießen erweiterte und dort auch eine Werkstatt einrichtete.

Die ersten Jahrzehnte der Firmengeschichte sind nur durch den Gewerbeeintrag von 1894 dokumentiert, da das Wohn- und Geschäftshaus in der Stephanstraße 43 in Gießen in der Bombennacht am 6. Dezember 1944 vollständig zerstört wurde. Während der Wiederaufbaujahre nach dem Krieg entwickelte sich die Firma unter der Leitung des Schwiegersohnes des Firmengründers, Rudolf Leithäuser und nachfolgend dessen Sohn Hans-Klaus Leithäuser schnell zu einem Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern.

Nach dem Unfalltod von Hans-Klaus Leithäuser wurde Malermeister Heinrich Großhaus bis zum Beginn seines Ruhestandes 1988 Geschäftsführer. Im Jahr 1973 wurden Werkstatt und Lager in einem Neubau im Watzenborner Weg 14 angesiedelt, das technische Büro und die Verwaltung folgten 1989. Heute wird das Unternehmen in der vierten Generation von Malermeister Klaus Leithäuser geführt, der nach Meisterprüfung und Fachwirtprüfung 1991 in die Geschäftsleitung eintrat. Die Rudolf Leithäuser GmbH & Co. KG hat sich vom traditionellen Malerbetrieb zu einem regionalen Unternehmen entwickelt, das neben Maler-, Verputz- und Trockenbauarbeiten auch Komplettleistungen aus einer Hand für die Modernisierung und Sanierung von Gebäuden anbietet.

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