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In seinen Sylter Landschaftsbildern spiegeln sich die Naturgewalten wider: Peter Seharsch beim Malen auf seiner Lieblingsinsel.

Ein Faible für die Insel

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Kaum zu glauben, dass die große Sonderausstellung zu seinem 70. Geburtstag schon wieder fünf Jahre her ist. Denn erneut kann man eine Schau all seines Schaffens im Dormitorium in Kloster Arnsburg bewundern. Am 27. September wird der Maler Peter Seharsch 75 Jahre alt.

Groß war die Zahl der Gäste, die am Sonntagvormittag zur Eröffnung der Sonderausstellung des mittlerweile in Lich lebenden Malers Peter Seharsch kamen. Nach Arnsburg - an jenen Ort, an dem er seit 1976 eine Galerie im Bursenbau unterhält. Aber auch sonst ist Seharsch dem Licher Stadtteil eng verbunden. Es ist für ihn nicht nur ein historischer, sondern auch ein magischer Ort, der Einfluss auf sein Schaffen nimmt. "Die Motive liegen vor der Haustür", hat er einmal gesagt, und sie liegen ihm von Anfang an am Herzen.

Neues Atelier in der Kernstadt

Wie schon beim 70. Geburtstag hielt Thorsten Schäfer-Gümbel, bis vor Kurzem Oppositionsführer im Hessischen Landtag, die Laudatio auf den über die Region hinaus bekannten Maler. Er bezeichnete die Ausstellung als wunderbare Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zukommen. Seharsch habe mit seinem Wirken viele Menschen zusammengebracht, das sei wichtig in dieser Zeit. Der Künstler habe nie aufgehört, sich weiterzuentwickeln und neue Akzente zu setzen, sagte Schäfer-Gümbel über die Arbeitsweisen des Malers. Er ging sogar so weit und bezeichnete Seharsch nicht nur als den Künstler dieser Stadt, sondern sogar der Region. Auf wunderbare Art und Weise sei er rastlos. "Er ist ein kreativer und empathischer Mensch", machte Schäfer-Gümbel deutlich und erinnerte dann an die Adventsausstellungen auf dem Künstlerhof in Muschenheim und daran, wie herzlich Peter Seharsch und seine Lebensgefährtin Ursula Bonke immer ihre Gäste empfangen haben.

Diese Tradition wird voraussichtlich auch in Lich fortgeführt. Anfang des Jahres erfolgte der Umzug vom Künstlerhof auf dem Klausenberg in Muschenheim zum Künstlerhaus in Lich. Auch dort möchte Seharsch sein Atelier wieder für Gäste öffnen.

"Eigentlich war es für mich schon immer klar, dass ich Maler werde", hatte Peter Seharsch Anfang des Jahres rückblickend gesagt, als ein Kamerateam bei ihm zu Gast war. Am 27. September 1944 im Sudentenland geboren, kam er nach der Vertreibung als Zweijähriger zusammen mit der Mutter - der Vater war im Krieg gestorben - nach Oberhessen. Er machte eine handwerkliche Ausbildung zum Maler und bekam Aufträge zur Decken- und Wandmalerei. Bekannt für seine Bauernmalerei, gelang ihm 1980 der Durchbruch mit dem "Hessentagsteller".

Das ist lange her, Seharsch möchte lieber, dass man seinen Namen mit seinen modernen Werken, der abstrakten Malerei oder den Sylter Motiven in Verbindung bringt. Denn in den vergangenen Jahren konzentrierte sich der Künstler, der auch das Trauzimmer im Licher Rathaus mit einem Wandgemälde bereicherte, vermehrt auf die abstrakte Malerei. Großformatige und farbintensive Gemälde zeugen auch in der Sonderschau, die weit mehr als 100 Bilder umfasst, davon.

In seinen Sylter Landschaftsbildern spiegelt sich die raue Gewalt der Natur seiner Lieblingsinsel wieder. "Er liebt das Malen von Kunstwerken, die nicht von Menschenhand geschaffen sind", führte Sabine Roth vom Landessportbund in ihrer Einführung aus. Sie meinte damit auch die schroffen Felsformationen, die den passionierten Bergsteiger faszinieren. Seharschs Liebe zur Landschaft in der Region sieht man in Werken wie "Obstblüte in der Wetterau". Stilleben, Blumenmotive in Acryl und Aquarell sind weitere Schwerpunkte in seinem unermüdlichen Schaffen, das hoffentlich noch lange anhalten wird.

Die Ausstellung in Arnsburg ist bis Sonntag, 29. September geöffnet (Di. bis Fr. von 14 bis 18 Uhr, Sa./So. von 11 bis 18 Uhr).

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