Die Junggesellen des heimischen Bäckerhandwerks. FOTO: SEL
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Die Junggesellen des heimischen Bäckerhandwerks. FOTO: SEL

Fachkräftemangel spürbar

  • vonFranz Ewert
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Gießen(sel). Die beiden Lebensmittelhandwerksinnungen der Bäcker und Fleischer haben trotz Corona traditionsgemäß ihre Junggesellen in einer gemeinsamen Feierstunde im Bistro der Aliceschule in Gießen freigesprochen. Die Gesellenbriefe überreichten der Obermeister der Fleischerinnung, Carlos Zach-Zach (Gießen), und der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung, Bernd Braun (Gießen).

Beide wandten sich mit anerkennenden und aufmunternden Worten an die insgesamt im Vergleich mit vergangenen Jahren nur noch relativ wenigen Junggesellen. Denn bekanntlich haben es vor allem die Lebensmittel-Gewerke nicht leicht, Nachwuchs für die Berufsstände der Metzger und Bäcker zu finden. Ein wenig besser sieht es bei den Fachverkäuferinnen beider Handwerke aus.

Fachverkäuferinnen deshalb, weil es in aller Regel junge Frauen sind, die diesen Beruf erlernen. Aber es gibt auch löbliche Ausnahmen. Die eine im Bäckerhandwerk heißt Joshua Stamm aus Gießen und hat den Beruf des Bäckereifachverkäufers bei der Hofbäckerei Georg Lambertz erlernt. Und nicht nur das, er beendete seine Ausbildung zugleich als Innungsbester.

Innungsbeste bei den Bäckern wurde Lea Kathrin Laue aus Staufenberg, ebenfalls bei Georg Lambertz ausgebildet. Innungsbester bei den Fleischern wurde Marco Adam aus Mücke/Groß-Eichen sowie bei den Fleischereifachverkäuferinnen Lisa Neubert aus Wettenberg.

Der Gesellenbrief sei ein "hohes Gut", sei Grund zur Freude, aber kein Grund zum Stillstand und Ausruhen, sei Abschied und Anfang zugleich, sagte Martina Röder, Leiterin der Aliceschule. Es sei für den Berufsnachwuchs nun entscheidend, weiterzumachen, es gelte ein Leben lang auf immer neue Fragen passende Antworten zu finden.

Carlos Zach-Zach, Obermeister der Fleischerinnung, bekannte, dass auch bei ihm in und nach der Ausbildung nicht alles "rund gelaufen" sei. Mit Einsicht, Willen und Fleiß finde man aber wieder in die richtige Spur. Und dann eröffneten sich viele Möglichkeiten, beruflich voranzukommen, denn das Handwerk habe nach wie vor "goldenen Boden". Bildung und Weiterqualifikation lohne sich gerade auch in der Fleischbranche, in der der Fachkräftemangel besonders spürbar sei.

"Der Beruf ist das Rückgrat des Lebens", zitierte Bernd Braun von der Bäckerinnung Friedrich Nietzsche. Die meisten Personen definierten sich über ihren Beruf, der helfe, dass Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden. Es sei entscheidend, den Beruf mit der richtigen Einstellung auszuüben, um für sich und andere Positives zu bewirken. "Vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten und auf Ihr Potenzial an fachlicher Qualifikation" sagte Sascha Prochazka, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gießen.

Die Fleischerjunggesellen: Marco Adam (Mücke, Ausbildungsbetrieb Hans Georg Kielbassa, Grünberg) als Innungsbester und Chris Berlich (Gießen, AB "real" Gießen).

Die Fleischerei-Fachverkäuferinnen: Lisa Neubert (Wettenberg, AB Esther Schnaut, Launsbach) als Innungsbeste, Jaqueline Menshausen (Gießen, AB Maurice Zach-Zach, Gießen) und Anna Wagner-Völpel (Wettenberg, AB Armin Arthur Rotter, Krofdorf-Gleiberg).

Die Junggesellen des Bäckerhandwerks: Lea Kathrin Traue (Staufenberg, AB Georg Lambertz, Gießen) als Innungsbeste, Laura Fabienne Walther (Gießen, AB Volkmann, Heuchelheim), Lisa Zeugner (Homberg, AB Wolf, Homberg/Ohm) und Dominik Marino Schorat (Biebertal, AB Volkmann, Heuchelheim).

Die Fachverkäuferinnen und ein Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk - Schwerpunkt Bäckerei: Joshua Stamm (Gießen, AB Georg Lambertz, Gießen) als Innungsbester, Dilara Erol (Gießen, AB Steinmüller, Langgöns), Natalie Ovianni Fernandez Lantigua (Gießen, AB Schäfers Backstuben, Biedenkopf), Selina Hornback (Gießen) und Daniela Schenk (Laubach, beider AB Bernd Braun, Gießen), Jessica Thomas (Grünberg, AB Nabert/Mark Helbig, Mücke), Melanie Engelhardt (Hungen) und Anette Shamon (Linden, beider AB IBS, Pohlheim), Zelia-Julie Karis (Ehringshausen, AB Künkel, Langgöns), Lydia-Regina Böhler (Netphen, AB Weller, Wieseck), Saranda Butuci (Solms, AB Siebenkorn, Marburg), Angelika Magel (Pohlheim, AB Müller, Burgwald) und Mandy Müller (Grünberg, AB Schwälmer Brotladen, Gilserberg).

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