Ihr Ensemble-Name ist Programm: Radio Europa. foto. pm
+
Ihr Ensemble-Name ist Programm: Radio Europa. foto. pm

Exquisiter Konzertgenuss

  • vonRedaktion
    schließen

Eine Konzertreihe trotz Corona-Pandemie? Die Verantwortlichen des Vereins KünstLich wagen mit Unterstützung des Kultursommers Mittelhessen den Schritt. Vom 23. bis zum 26. September sieht die Reihe SommerMusikWelten vier Konzerte vor. Damit soll auch Künstlern und Veranstaltern Respekt gezollt werden.

Ihre Worte klangen durchaus kämpferisch: "Wir werfen die Flinte nicht ins Korn", sagte Sybille Atzbach bei der Vorstellung des Programms der SommerMusikWelten gestern Vormittag in Lich. Atzbach hatte als Vorsitzende des Kultursommers Mittelhessen das große Ganze im Blick: "Gerade die kleinen Veranstalter haben in den vergangenen Monaten die Fahne hochgehalten. Deshalb hoffen wir, dass man Künstlern und Veranstaltern künftig mit mehr Respekt begegnet."

In Lich ist man froh über das große Engagement und die Flexibilität des Kultursommers Mittelhessen. Ohne diesen Verein wäre das Festival für transkulturelle Musik kaum möglich gewesen. "Konzerte mit so wenigen Besuchern hätten wir allein finanziell absagen müssen", sagte Peter Damm vom Verein KünstLich.

Im Kino Traumstern können nun 50 Besucher in den Genuss der exquisiten Konzerte kommen, im Kulturzentrum ehemalige Bezalel-Synagoge sieht das Hygienekonzept je nach Haushalt Plätze für 30 bis 40 Menschen vor. Sollte die Nachfrage größer sein, gäbe es auch die Möglichkeit, dass an einem Abend zwei Konzerte stattfinden, sagte Damm.

"Wir machen das für die Menschen, damit sie auch mal an was anderes als an das Coronavirus denken können", sagte Atzbach. "Aber wir danken vor allem auch den Musikern, die sich vor wenigen Besuchern hinstellen und trotzdem große Kunst bieten."

Eine davon ist Sängerin Kadri Voorand. Der Shootingstar aus Estland sollte ursprünglich zu einer Konzertreise nach Deutschland kommen. "Nachdem alle Konzerte abgesagt wurden, wollte sie sich aber den Auftritt am 25. September in der Bezalel-Synagoge nicht nehmen lassen", sagte Uwe Hager von O-Tone-Music. "Sie ist ein Wirbelwind, zeigt große Gesangskunst und verfügt über eine hohe Range."

Los geht die Reihe, bei der Künstler, die entweder authentische traditionelle Musik ihrer jeweiligen Kultur spielen, oder in der Künstler unterschiedlicher Kulturen zusammenwirken und so neue, eigenständige Musikformen entstehen lassen, am Mittwoch, 23. September. Dann wird im Kino Traumstern die Afrosoul-Sängerin Yvonne Mwale auftreten. Fern der Heimat Sambia hat sich die Sängerin im Hintertaunus niedergelassen. Mit ihren vierten Album "Free Soul" bewegt sie sich ganz selbstverständlich zwischen Tribal Music, Soul, Jazz und schaut unterwegs beim Funk vorbei, sagte Hager.

Am Donnerstag (24. September) erzählt im Kino Traumstern die Musik von Radio Europa fünf ganz persönliche Geschichten aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Russland und Schweden. "Dabei orientieren sich die fünf Männer an der Klassik", kündigte Karla Katja Leisen von KünstLich an.

Da es gute Tradition ist, dass zum Abschluss immer eine regionale Band den Konzertreigen der SommerMusikWelten beendet, sind es diesmal die Musiker von Levantewind, die am Samstag, 26. September, in der Bezalel-Synagoge konzertieren und dabei von Batumi im Osten des Schwarzen Meeres bis Casablanca in Marokko, von Aden am indischen Ozean bis zum französischen Bordeaux am Atlantik die Musik der Nachbarn aufgreifen und sie auf eigene Weise spielen.

Natürlich war auch das coronabedingte Thema Sicherheit gestern präsent. "Habt Mut, zu Veranstaltungen zu gehen", sagte Hager zu möglichen Bedenken. Edgar A. Langer vom Kino Traumstern verwies darauf, "dass wir seit Mitte Mai geöffnet haben und schon viel Erfahrung beim Thema Sicherheit sammeln konnten".

Wenn alles gut läuft, dann könnten in Zukunft auch Konzerte live im Internet übertragen werden. Einen entsprechenden Antrag hat KünstLich beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst eingereicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare