Christen in Oberhessen und in Indien feiern gemeinsam

Gießen (pm). Die Kirchengemeinden der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg begehen im Februar wieder den Partnerschaftssonntag mit der indischen Diözese Krishna-Godavari begehen.

Die Dekanate mit etwa 68 000 Christen zwischen Gießen, Wetterau und Vogelsberg nehmen als Teil der Propstei Oberhessen für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Gestaltung der seit 1983 bestehenden Beziehungen wahr. Beim Partnerschaftssonntag – empfohlener Termin ist der 3. Februar – feiern die Gemeinden einen Gottesdienst, dessen Inhalte mit den Partnern abgestimmt sind, halten gegenseitig Fürbitte und informieren über aktuelle Entwicklungen. Das teilte Pfarrer Bernd Apel aus Buseck gegenüber der Presse mit, der die Pfarrstelle für Ökumene der Dekanate inne hat.

Jährlich 18 000 Euro nötig

Thema des Sonntags ist "Christ sein und tolerant". Was können Menschen aus Indien und Deutschland voneinander lernen, wenn es um Gelassenheit dem Anderen und Fremden gegenüber und die Akzeptanz seiner Ansichten und Überzeugungen geht? Aus Indien vielleicht die selbstverständliche Nachbarschaft der Christen zu anderen Religionen wie Hinduismus, Islam oder Buddhismus; aus Deutschland vielleicht die selbstverständliche Umsetzung der säkularen Verfassung, die religiöse wie nichtreligiöse Menschen gleichbehandelt. Und was ist nicht tolerierbar? In Indien nicht die Ausgrenzung und Ausbeutung der sogenannten "Kastenlosen" (Dalit) und Stammesbewohner (Adivasi), in Deutschland nicht Ausländerfeindlichkeit vom rechten Rand der Gesellschaft.

Das Nachdenken über solche Fragen soll der Partnerschaftssonntag anregen.

Die Oberhessen unterstützen in Krishna-Godavari (Bundesstaat Andra Pradesh) seit langem unter anderem zwei Projekte der Diözese. Einmal die Gesundheitsstation A- Konduru, von der aus fünf Dörfer mit je etwa 250 Familien von "tribals" (Stammesangehörigen mit eigener Sprache) vorwiegend mit Mangelerkrankungen und schlechter Wasserversorgung regelmässig von einem Arzt und von Sozialarbeitern besucht und behandelt werden. Und dann in drei Dörfern das Integrated Child Development Project, das Drei- bis Sechsjährigen eine regelmäßige warme Mahlzeit und eine Art Vorschule anbietet. Pro Jahr werden für beide Projekte etwa 18 000 Euro benötigt.

Die Diözese Krishna-Godavari ist eine von 21 Regionen der Kirche von Südindien. In ihr leben etwa 300 000 Christen meist mit armer und "Dalit"(= kastenloser)-Herkunft. Zur sozialen Benachteiligung kommt der religiöse Minderheitenstatus bei vier Prozent Christen, über 80 Prozent Hindus und etwa zwölf Prozent Muslimen. In solch Umgebung ist die Diözese erkennbar durch intensives gottesdienstliches Leben und eine intensive Sozialarbeit geprägt.

Sie will den ganzen Menschen ansprechen und durch Gesundheitsdienste, Kinderbetreuung und Bildungsangebote zu einem Leben in Würde für die zum größten Teil ländliche Bevölkerung beitragen.

Info zur Partnerschaft bei Pfarrer Bernd Apel in Buseck, Tel. 0 64 08/61 08 666. Unterstützen kann man die Arbeit durch Spenden auf das Sonderkonto Krishna-Godavari des Dek. Hungen (Nr. 81 119 716 / Volksbank Mittelhessen / BLZ: 513 900 00).

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