Bei eskalierendem Streit Jugendamt informieren

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Gießen(pm). Während die Kreisverwaltung Gießen für den Publikumsverkehr während der Corona-Krise geschlossen ist, nimmt das Jugendamt weiterhin seinen gesetzlichen Schutzauftrag wahr. "Gerade in diesen herausfordernden Zeiten hat die Sicherstellung von Kinder- und Jugendhilfeleistungen eine besonders große Bedeutung", erklärte dazu Landrätin Anita Schneider.

"Kinder haben keine Schule, Eltern sind im Homeoffice, die ganze Familie verbringt viel Zeit auf begrenztem Raum - das hat Konfliktpotenzial", so die Landrätin. Die Unterstützung von Familien durch das Jugendamt sei dabei umso wichtiger, erklären Schneider sowie der Jugend- und Sozialdezernent Hans-Peter Stock.

Dienstwagen mit Schutzmaterial

Der Fachdienst 51 - Kinder- und Jugendhilfe - gewährleiste, dass nach wie vor Meldungen über Kindeswohlgefährdung geprüft und bearbeitet werden. Werden Kinder wegen einer das Kindeswohl gefährdenden Situation in Obhut genommen, gebe es bei bestätigten oder Verdachtsfällen des Coronavirus eine enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.

Die Zusammenarbeit mit Polizei oder Familiengericht funktioniere auch während der Pandemie. Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes haben derzeit extra zugeordnete Dienstwagen, die für den Notfall mit Schutzmaterialien ausgestattet sind, teilte der Landkreis mit.

Der Kontakt zu Kindern, die Unterstützung und Hilfe bedürfen, werde durch verstärkte Begegnungen im Freien, Anrufe und Gespräche über Skype gesichert.

"Trauen Sie Ihrer Wahrnehmung", ruft die Landrätin auf. "Wenn Sie in der Nachbarswohnung einen eskalierenden Streit hören, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren." Dem Jugendamt gehe es darum, Kindern, Jugendlichen und Eltern so früh wie möglich mit adäquaten Angeboten zu helfen. Schneider: "Auch in Zeiten von Kontaktsperre nehmen wir Ihre Hinweise ernst und gehen diesen nach."

Wer in Grünberg, Hungen, Laubach, Rabenau oder Reiskirchen wohnt, kann die Außenstelle in Grünberg unter Telefon 06 41/93 90-61 20 kontaktieren.

Wer in einer anderen Kommune im Landkreis Gießen wohnt, kann die Hauptstelle am Riversplatz unter der Rufnummer 06 41/93 90-90 02 kontaktieren.

Ergänzend weist der Jugend- und Sozialdezernent darauf hin, dass auch Pflegeeltern sowie Eltern, deren Kinder in Pflegefamilien leben, sich in allen Fragen an die Fachkräfte des Pflegekinderdienstes wenden können. Hier gilt unabhängig vom Wohnort die Telefonnummer 06 41/93 90-90 02.

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