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Rund 40 Bürger feilen beim zweiten IKEK-Forum am Leitbild für die Gemeinde Langgöns.

»Es geht um das große Ganze«

  • VonPatrick Dehnhardt
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Wie soll sich Langgöns in den kommenden Jahren entwickeln? Diese Frage stellt sich bei der Suche nach dem Leitbild für die Gemeinde. Die Bürger diskutieren dabei mit und bringen ihre Ideen ein.

Beim IKEK-Prozess in Langgöns ist die Halbzeit erreicht: Im Rahmen eines Forums am Paul-Schneider-Freizeitheim wurde das zukünftige Leitbild der Gemeinde diskutiert. Dieses soll als Wegweiser für die Kommunalpolitik der kommenden Jahre dienen.

»Heute geht es um das große Ganze«, sagte Bürgermeister Marius Reusch. »Wie wollen wir uns als Gemeinde sehen, wie wollen wir uns entwickeln?« Diese Fragestellung zu klären sei die Basis: »Nur wenn man weiß, wer man ist und was man sein will, kann man sagen, was man machen will.«

Rund 40 Bürger wollten dabei mitreden. Als Basis hatte das Fachbüro Team 360° aus den Ortsrundgängen sowie dem ersten IKEK-(Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept)-Forum Leitsätze herauskristallisiert, die nun zur Diskussion standen. Andrea Soboth stellte diese vor. Unter anderem war eine Leitidee, das Kleebachtal als verbindendes Element zwischen allen Ortsteilen zu nutzen.

Das historische Potenzial solle für die dörfliche Identität genutzt, Geschichte sowohl für die eigene Bevölkerung als auch Gäste neu erlebbar werden. Zudem solle sich die Gemeinde bis 2035 zum dynamischen Wohnstandort entwickeln. Themen wie Infrastruktur, Mobilität und Klimaschutz runden das Leitbild ab.

Wohnraum für alle Lebenssituationen

Zuvor hatte Soboth die Ergebnisse der Bürgerarbeitsgruppen präsentiert, die sich in den vergangenen Wochen mit bestimmten Aspekten beschäftigt hatten. Die AG Wohnen hatte etwa festgehalten, dass die Gemeinde nicht nur altersgerechten Wohnraum, sondern für alle Lebenssituationen - vom Single über die junge Familie bis zum Senior - passende Wohnungen brauche. Bei der Wohnqualität spiele die örtliche Nahversorgung eine bedeutende Rolle.

Hans Noormann sagte dazu, dass er bislang immer gedacht habe, er ziehe irgendwann »mit den Füßen voran« aus seinem Haus aus. Nun sei er ins Grübeln geraten. André Haußmann sagte dazu, dass er mit seiner Einstellung keinesfalls allein sei: »Wenn man seine Wohnsituation ändern soll oder will, braucht es einen guten Grund, dass man sich aus einem gewohnten Umfeld heraus begibt.«

Soboth hatte dafür einen Lösungsansatz: Würde es ein Haus mit barrierefreien Apartments in jedem Ortsteil geben, könnten Senioren in ihrem Dorf bleiben und gleichzeitig die viel zu groß gewordenen Häuser an junge Familien vermietet oder verkauft werden. »Man bliebe in der Nähe des eigenen Hauses.«

Die AG »Leben in Langgöns« stellte fest, dass ein lebendiges Dorf eines ist, in dem viel kommuniziert wird. Corona habe gezeigt, dass es dafür auch Treffpunkte draußen brauche. Auch dabei stellt sich die Kernfrage, die Soboth ausformulierte: »Wollen wir in jedem Ort einen großen Treffpunkt mit Ausstrahlungseffekt oder viele kleine, dezentrale?« Zudem müsse an Treffpunkte für Jugendliche gedacht werden.

Die AG »Engagieren und Erleben« kam zu dem Ergebnis, dass es um die Vereinslandschaft in Langgöns insgesamt gut bestellt sei. In Sachen Tourismus wolle man nicht zum Hotspot werden, sondern Naherholungsangebote schaffen, von denen sowohl die Langgönser selbst als auch die Bürger aus den Nachbarkommunen profitieren können. Der Schwerpunkt könnte dabei in Cleeberg liegen.

In den kommenden Wochen werden sich die Arbeitsgruppen nun mit konkreten Projekten beschäftigen.

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