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Erste Umbaupläne fürs Rathaus

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Das Rathaus am Krofdorfer Sorguesplatz ist um 1940 gebaut und in den 1950er Jahren erweitert worden. Hinten das einstige Wohnhaus, das in den vergangenen 20 Jahren die Sozialverwaltung beherbergte. © Ruediger Sossdorf

Im Sommer ist’s zu heiß, im Winter galoppieren die Heizkosten. Das WLAN will nicht überall so, wie es soll. Es fehlt an geschlechter-getrennten Toiletten… Für geschätzt vier Millionen Euro soll das Wettenberger Rathaus am Krofdorfer Sorguesplatz ertüchtigt und erweitert werden.

Wettenberg investiert seit Jahren in die Kindergärten: Sanierungen, Erweiterungen, Neubauten. Oder in den Untergrund: Mit Millionenaufwand wird derzeit in Wißmar das Kanalnetz überarbeitet, werden Regenrückhaltebecken geschaffen, um die Bürger besser vor Hochwasser zu schützen. Doch mittelfristig soll jetzt auch Geld ins Rathaus gesteckt werden: Seit bald drei Jahren stehen Überlegungen im Raum, den rund 80 Jahre alten und denkmalgeschützten Fachwerkbau am Krofdorfer Sorguesplatz auf den Stand der Zeit zu bringen. Das heutige Rathaus wurde ca. 1940 als HJ-Heim errichtet und Anfang der 1950er Jahre in gleichem Stil erweitert.

Parlament soll Mittel freigeben

Zudem könnte das benachbarte Anwesen - ein 60er-Jahre-Wohnhaus mit 1500 Quadratmetern Grund und Boden, das die Gemeinde in den 1990er Jahr erworben hatte - durch einen Neubau ersetzt werden. Dort waren zuletzt unter anderem Sozialverwaltung und Jugendpflege untergebracht. 20 000 Euro sind schon für erste Planungen ausgegeben. Vor ein paar Wochen bat Bürgermeister Thomas Brunner die Gemeindevertretung um die Freigabe weiterer Mittel, um das Vorhaben vorantreiben zu können - das soll jetzt am 11. November passieren.

Als Brunner vor wenigen Wochen um das Bewilligen von bislang gesperrten Mitteln nachsuchte, da mochte die Parlament-Mehrheit nicht mitgehen, ohne etwas genauer zu erfahren, wohin die Reise führt. Ergo wurde das Thema dem Bau- und Infrastrukturausschuss zur abschließenden Prüfung übertragen.

Doch auch da mochte am Donnerstag noch keiner unbedingt die Hand für weiteres Geld heben: Zu spät seien die Unterlagen aus der Verwaltung vorgelegt worden, als dass man sich noch hätte vernünftig einlesen können, beklagte etwa Andrea-Barbara Walker (CDU), dass ihr eine Vorlage erst kurz vor der Sitzung zugegangen sei. Ergo soll nun doch die Gemeindevertretung in knapp 14 Tagen entscheiden.

Dessen ungeachtet ist vor Monaten schon benannt worden, was zu ändern ist: Strom- und Netzwerktechnik sind zu erneuern, Heizung und Dämmung zu verbessern. Zudem ist das Rathaus nicht vollumfänglich barrierefrei, wird die räumliche Situation als beengt benannt, fehlen Sanitärräume für jederlei Geschlecht. Laut Bürgermeister Brunner bedarf es mehrheitlich weiterhin Einzelbüros, etwa um den Datenschutz und Vertraulichkeit zu gewährleisten. Es solle »kompakt geplant« werden, versicherte er im Ausschuss, beileibe wolle man kein Luxusprojekt, sondern guten Standard. Es gibt zudem eine Bedarfsprognose für die kommenden Jahre - um zu klären, welche Anforderungen Bürger künftig an Verwaltung stellen und was es aus Perspektive der Mitarbeiter bedarf. Raum-Reserven seien einkalkuliert, versicherte Bauamtsleiter Kai Mandler, bei dem die Fäden zusammenlaufen, auf Nachfrage im Ausschuss.

Gibt es einen Wettbewerb?

SPD-Fraktionschef Ulrich El linghaus regt zudem an, das ganze Quartier auch mit Kita, Schule, und Turnhalle etc. in den Blick zu nehmen. Und Andrea Walker (CDU) gibt zu denken, die Parksituation im Blick zu behalten. Da gebe es Möglichkeiten, mehr Stellfläche zu schaffen, so die Bauverwaltung. Zu schauen sei aber, ob es wirklich nötig ist, mit Blick auf zunehmend digital bereitgestellte Dienstleistungen. Nicht zu vergessen: Zu bedenken ist nicht zuletzt, ob und inwieweit das ins Auge gefasste engere Miteinander der Verwaltungen von Wettenberg und Heuchelheim nicht ebenfalls dermaleinst für Synergien sorgt.

Ellinghaus dachte im Ausschuss zudem laut über einen Wettbewerb für Rathauspläne nach. Der aber Zeit und Geld kosten würde, gab der Bürgermeister zu bedenken. Zum Vergleich: Der Architektenwettbewerb für eine Kita hat unterm Strich rund 60 000 Euro gekostet.

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