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Holger Fischer erläutert im Bauausschuss der Grünberger Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan für das interkommunale "Gewerbegebiet Lumda".

Erste Pläne fürs Gewerbegebiet

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Die Hoffnungen von gleich drei Gemeinden ruhen darauf: An der Autobahnauffahrt Lumda soll ein Gewerbe- und Industriegebiet entstehen. Jetzt liegt der Bebauungsplan vor - zumindest im Entwurf.

Da gab es offensichtlich nix zu meckern: Einstimmig hat Grünbergs Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung die notwendigen Beschlüsse gefasst, um das lang ersehnte Gewerbe- und Industriegebiet Lumda voranzubringen. Zuvörderst zeigten sich die Mandatsträger mit dem Bebauungsplanentwurf einverstanden. Vorgestellt ward der von Holger Fischer, dessen Büro hatte der Magistrat im Frühjahr unter vier Anbietern den Zuschlag erteilt.

Parallel zur Bauleitplanung, so Bürgermeister Frank Ide vorausschickend, laufe das Umlegungsverfahren unter Federführung des Amtes für Bodenmanagement. Ein erstes Gespräch mit dem "Betroffenen" habe bereits stattgefunden. Wie von dieser Zeitung berichtet, hatte am Ende des jahrelangen Verhandlungsmarathons nur mehr ein Landwirt - im Besitz von nicht weniger als 2,8 der insgesamt 25 Hektar - den Verkauf abgelehnt. Daher nun die Baulandumlegung.

Wann es aber mit der Erschließung des interkommunalen Gewerbegebiets - Träger sind Grünberg, Rabenau und Allendorf/Lumda - losgehen wird, so der Rathauschef auf Nachfrage, sei noch nicht zu sagen. Im Frühjahr hatte Ide seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, schon Mitte 2020 würden Bagger anrollen.

Erhebliche Erdbewegungen nötig

Zumindest eine Voraussetzung für ein zeitnahes Anrollen der Bagger dürfte aber jetzt gegeben sein: Nach dem klaren Votum des Fachausschusses scheint das letztentscheidende Placet des Stadtparlaments nächste Woche sicher. Mithin ein "schneller Einstieg ins Verfahren", den auch Holger Fischer anmahnte. Denn so könne man zügig in die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange einsteigen und die Aktualisierung des Artenschutzes veranlassen. Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna sind naturgemäß erst ab dem zeitigen Frühjahr möglich.

Ein Hauptmerkmal des druckfrischen Planentwurfs ist die verkehrliche Erschließung samt Ringstraße. Die Anbindung an die Landesstraße, so Fischer, müsse in ausreichendem Abstand zur A 5-Auffahrt erfolgen. "Ganz anders als bei der Langsdorfer Höhe" stelle sich die Topografie unterhalb der "Grauen Bergs" dar: Der Höhenunterschied betrage rund 20 Meter, Terrassierungen und immense Erdbewegungen daher unumgänglich.

Sozusagen im "Mittelfeld" der Fläche allerdings ist eine zehn bis 15 Hektar große ebene Fläche gegeben. Geeignet sei diese für ein großflächiges Firmengebäude.

Ein Teilbereich wird gemäß Festsetzung des Bebauungsplans als Industriegebiet ausgewiesen. "Das braucht es schon bei Nachtfahrten." So wie es sie beispielsweise bei der Ansiedlung eines Logistikers geben könnte. Ausgeschlossen sind jedoch Entsorgungsbetriebe und Einzelhandel. Fischer mit einem Schmunzeln: "Gut, IKEA ist ja schon in Wetzlar."

Als Zwangspunkt der Planung nannte er sodann die per Gesetz vorgegebenen Mindestabstände. So sind Freihaltetrassen von 100 Metern zur Autobahn und von 30 Metern zum Wald einzuhalten. Letzteres bedeute einen Verlust von zwei Hektar. Aktuell zumindest, vermutet doch Fischer auch in dem hier angrenzenden Wald die in diesem Fall "willkommenen" Umtriebe des Borkenkäfers.

Im östlichen Plangebiet ist die Anlage eines Biotop vorgesehen; zwecks weiteren Ausgleichs schlägt Fischer den Kauf von Ökopunkten vor. Gelegen komme hier, dass die entsprechenden Konten der Partnerkommunen Rabenau und Allendorf gut gefüllt seien.

Nicht zu vergessen: Zu den Voraussetzungen einer zeitnahen Realisierung des Großprojektes zählt ebenso die Änderung des Flächennutzungsplans, sprich die Aufhebung der landwirtschaftlichen Zweckbestimmung für 25 Hektar Land. Auch dieser Teil der Magistratsvorlage passierte problemlos den Bau-, Landwirtschafts-, Umwelt- und Verkehrsausschuss, kurz "BLUV".

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