Erste kritische Marke überschritten

  • vonred Redaktion
    schließen

Gießen(pm). Der gesamte Landkreis Gießen hat seit Mittwochabend die zweite von fünf Eskalationsstufen erreicht und liegt somit im gelben Bereich. Das hat die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Dies ist der Fall, wenn innerhalb von sieben Tagen mehr als 20 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner erreicht werden.

Auffällig ist, dass die aktuellen Corona-Fälle fast gleichmäßig über den Landkreis verteilt sind. Das geht aus den Inzidenzen für die Teilräume des Kreises hervor, die die Verwaltung gestern erstmalig veröffentlicht hat. So hat der Teilraum Ost (Grünberg, Hungen, Laubach und Lich) eine Inzidenz von 20,2 (14 aktive Fälle), der Teilraum Nord (Allendorf/Lumda, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg) eine Inzidenz von 21,6 (14 aktive Fälle). Die Inzidenz für den Teilraum Süd (Fernwald, Langgöns, Linden und Pohlheim) beträgt von 22,1 (12 aktive Fälle).

Die Inzidenz für den Teilraum Gießen (Stadt Gießen) liegt bei 22,3 (28 aktive Fälle). Der Teilraum West (Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg) hat eine Inzidenz von 26,3 (8 aktive Fälle). Die Inzidenz für den Landkreis insgesamt liegt bei 22,2 (76 aktive Fälle - Stand 7. Oktober).

Der orange Bereich beziehungsweise die dritte Eskalationsstufe gemäß dem Eindämmungskonzept des Landes beginnt bei einer Inzidenz von über 35 und würde verpflichtende Einschränkungen mit sich bringen.

"Die zweite von fünf Eskalationsstufen im Landkreis Gießen löst noch keine beeinträchtigenden und einschränkenden Maßnahmen für das öffentliche Leben aus, es ist aber eine Warnung, kurz davor zu stehen", sagte Landrätin Anita Schneider. "Die Ursachen für diesen Anstieg sind im Moment sehr unterschiedlich und reichen von Ausbruchsgeschehen in Fitnessstudios bis zu Familienfeiern." Aber auch Einzelfälle häuften sich, die nicht auf ein Ausbruchsgeschehen zurückverfolgt werden können.

Die Landrätin kündigte nun Konsequenzen an: "Als Konsequenz werden wir die Ordnungsämter auffordern, verstärkt Kontrollen durchzuführen und bei Meldungen auch mit dem Gesundheitsamt vor Ort das Geschehen zu verfolgen. Des Weiteren geben wir die Empfehlung, das Feiern im öffentlichen Raum auf 50 Personen und im privaten Raum auf 25 Personen zu begrenzen." Schneider orientiert sich mit dieser Bitte für Teilnehmerzahlen an den Empfehlungen, die im Rahmen der Pressekonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten erläutert wurden.

Weitere Maßnahmen betreffen auch die Arbeit des Verwaltungsstabes des Kreises. So werden seit dieser Woche regelmäßig Vertreter der Polizei zu den Tagungen des Stabes eingeladen. Das Gesundheitsamt arbeitet ebenfalls auf Hochtouren, da im Schnitt jeder Corona-Fall zehn Kontaktpersonen zur Nachverfolgung mit sich bringt. Das bedeutet zurzeit die Betreuung von knapp 800 Fällen.

Landrätin Schneider appellierte daher an die Eigenverantwortung der Menschen: "Beherzigen Sie die AHA-Regeln. Mit Abstand, Hygiene und Alltagsmasken können wir die Ansteckungsrisiken minimieren."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare