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Erstbezug in einem Jahr

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Lich(ti). Im Oktober 2017 hatten der Landkreis und die Stadt Lich eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung getroffen, um die Siedlungsentwicklung in der Kommune an der Wetter voranzutreiben. Erklärtes Ziel war die Schaffung barrierefrei zugänglicher Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen in der Kernstadt, konkret auf dem ehemaligen Gelände der Selma-Lagerlöf-Schule. Gut zwei Jahre später steht nun der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans "Alte Schulhöfe" in den städtischen Gremien zur Diskussion. Der Bauausschuss gab dafür am Montagabend einstimmig grünes Licht, ebenso für den Vorhaben- und Erschließungsplan sowie den Durchführungsvertrag mit dem Investor, der Projektgesellschaft Jahnstraße bR. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Bewohner bereits in einem Jahr einziehen.

Das zumindest stellte Alexander Schlamp, Geschäftsführer der Licher IWES, die ebenso wie Lück Invest aus Gießen hinter der Projektgesellschaft steht, in Aussicht. Schlamp umriss die Planungen für das neue Wohnquartier, an denen sich seit der Präsentation im Juni nur wenig geändert hat. Maximal 81 Wohneinheiten in zwölf Gebäuden sollen auf dem rund 13 5000 Quadratmeter großen Areal entstehen, darunter die der ehemaligen Schule. Zwei werden erhalten und aufwendig saniert, eines abgerissen und neue aufgebaut. Alle drei werden mit einem Aufzug ausgestattet, sodass - abgesehen von maximal sechs der 48 Apartments zwischen 35 und 100 Quadratmetern - alle barrierefrei sind. Die Wohnungen für Geringverdiener, laut Schlamp 22 und damit sogar mehr als die geforderten 25 Prozent, sollen im Ost- und zum Teil im Nordgebäude entstehen. Der Rest ist für Eigentumswohnungen gedacht.

Rodung und Abriss im Januar

Acht Grundstücke wurden für Stadtvillen mit zwei bis drei Einheiten vorgesehen. Derzeit zeichnet sich laut Schlamp aber ab, dass die künftigen Eigentümer dort eher Ein- bis Zweifamilienhäuser errichten wollen. Auf einem weiteren Bauplatz wird ein Gebäude mit zwei bis sechs Apartments entstehen.

Im Zentrum des Areals ist eine Grünfläche angedacht, die den Bewohnern des neuen Quartiers als Treffpunkt dienen soll. Alte Bäume sollen erhalten, neue Grünbereiche geschaffen werden. Um den Wohnwert zu steigern, so Schlamp. Die Anbindung des Geländes erfolgt über die Jahnstraße.

Bedenken äußerte Dr. Cornelia Wagner (SPD) in Sachen Baubelastung. "Wird die Jahnstraße dann im Anschluss neu gemacht?", wollte sie mit Blick auf den jetzt schon problematischen Zustand dort wissen. Schlamp sagte, dass sich die Baggerbewegungen in Grenzen halten würden, und Bürgermeister Bernd Klein erläuterte, dass die Jahnstraße bereits in den Planungen der Stadt berücksichtigt worden sei. Mit Blick auf die Baubewegungen habe man aber bewusst noch nicht saniert. Was den Anschluss des Quartiers an das Nahwärmenetz der Stadtwerke Gießen angeht, hakte Ralph Bretschneider (Grüne) nach. Schlamp erklärte, dass es Bedenken bezüglich der Kapazität gebe. Aber: "Das wird gelöst."

Lob für das Vorhaben gab es von mehreren Seiten: "Das Projekt steht uns gut an", sagte Dennis Pucher (FDP). "Wir stehen dem positiv gegenüber", meinte Bretschneider. Nachverdichtung, wenig Abriss und eine Planung die gut zum Quartier passé - "das alles ist mit dem Vorhaben sehr gut gelungen", bilanzierte abschließend der Bürgermeister.

Was den Zeitplan angeht, erläuterte Schlamp im Anschluss auf GAZ-Anfrage, dass - ein positives Votum der Stadtverordnetenversammlung kommende Woche vorausgesetzt - es bereits im Januar mit den Rodungs- und Abrissarbeiten losgehen kann, der Wiederaufbau würde im April beginnen.

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