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Jahresberichte, Konzepte und Finanzen standen auf der Tagesordnung der Synode des Kirchenkreises Lahn und Dill. F.: PM

»Erneuerung der Kirche ist unsere Aufgabe«

  • Vonred Redaktion
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Hüttenberg (bkl). Der Evangelische Kirchenkreis an Lahn und Dill ist im Rückblick auf die Vereinigung der Altkirchenkreise Braunfels und Wetzlar noch dabei, seine Arbeit neu zu durchdenken und zu ordnen. Die Umsetzung der Neustrukturierungen in den Arbeitsbereichen war jetzt neben den Jahresberichten, Konzepten und Finanzen Thema der Herbstsynode in den Hüttenberger Bürgerstuben.

»Die Erneuerung der Kirche ist unsere Aufgabe«, hatte Superintendent Dr. Hartmut Sitzler seinen ersten Jahresbericht nach seiner Wahl überschrieben. Die Erneuerung sei nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine geistliche Frage. »Evangelisch sein heißt: fest im Glauben, offen im Denken, verbindlich im Leben«, sagte Sitzler vor den 97 stimmberechtigten Delegierten. Den Gemeinden und Arbeitsbereichen dankte der leitende Theologe für ihren Einsatz in der Corona-Zeit.

Für das kommende Jahr freut sich Sitzler auf unterschiedliche Möglichkeiten des Austausches: für jüngere Presbyter an einem Wochenende oder bei der Partnerschaftskonsultation im Sommer mit Gästen aus Afrika, Indonesien, Italien und Osteuropa.

»Wovon wollen wir uns verabschieden und was wollen wir uns für die Zukunft vornehmen?«, lautete das Thema der Jahresberichte für die 43 Gemeinden und 38 kreiskirchlichen Arbeitsgebiete.

Dass sich Gemeindeglieder in der Pandemiesituation nicht mehr in ihren Gruppen treffen konnten, führte dazu, dass manche Gruppen gar nicht mehr zusammenkommen.

Mit alternativen Gottesdiensten im Internet und im Freien, aber auch analogen Formen wie mit Andachtspost im Briefkasten und Gesprächen am Telefon ist es den Kirchengemeinden gelungen, den Kontakt zu ihren Gemeindemitgliedern nach ihren Möglichkeiten aufrechtzuerhalten. Belastend war für viele auch, dass keine Krankenhausbesuche stattfinden konnten und Bestattungen nur im engsten Familienkreis möglich waren.

Konzept für Diakonie

Kirchengemeinden haben sich vorgenommen, eingefahrene Strukturen zu überdenken und sich stärker zu vernetzen, auch mit den Vereinen im Ort und mit den Kommunen.

Derzeit gibt es noch 4,25 Funktionspfarrstellen, die direkt beim Kirchenkreis angebunden sind - beispielsweise für Krankenhausseelsorge und für die Arbeit an Schulen. Auf Beschluss der Synode soll dieses Kontingent bis 2030 auf 2,5 Stellen reduziert werden.

Das Rahmenkonzept für Personalplanung, dem die Synode zustimmte, umfasst die kirchlichen Berufe außerhalb des Pfarrdienstes. Ziel ist im Blick auf die zurückgehende Finanzkraft, langfristig eine Vielfalt kirchlicher Berufe in möglichst auskömmlichen Beschäftigungsverhältnissen, beispielsweise für Jugendarbeit oder Verwaltung, sicherzustellen. Dabei sind auch Kooperationen innerhalb der acht Regionen im Kirchenkreis möglich und erwünscht.

Für 2022 werden 18 Millionen Euro an Kirchensteueraufkommen in den Haushalt eingestellt (Vorjahr 17,5 Millionen Euro). Damit hat sich die finanzielle Lage positiver entwickelt als zunächst erwartet. Den geplanten Erträgen von 7,5 Millionen Euro stehen für 2021 voraussichtlich Aufwendungen von 7,6 Millionen Euro gegenüber. Hauptgrund für den Fehlbetrag, der aus Rücklagen gedeckt werden kann, ist das Finanzausgleichssystem der Altkirchenkreise Braunfels und Wetzlar, das angepasst werden soll. Aufgrund von Einsparungen kann die kreiskirchliche Umlage von 13,75 Prozent im Vorjahr auf 13,5 Prozent für 2022 und damit zum dritten Mal in Folge gesenkt werden.

Auf der Tagesordnung stand auch eine Wahl: Bernd Mack aus Dornholzhausen wurde zum Mitglied im Kreissynodalvorstand (KSV) bestimmt.

Beschlossen wurde das Konzept des Diakonischen Werkes »Diakonie Lahn Dill«. Als Teil des Kirchenkreises steht der Verein Menschen bei, die Rat suchen, die in Lebenskrisen oder als Benachteiligte oder Minderheiten an den Rand der Gesellschaft geraten sind. Hierbei sieht er die aktive Beteiligung an der sozialpolitischen Entwicklung der Region sowie die Vernetzung mit den Gemeinden und den selbstständigen diakonischen Einrichtungen im Bereich des Kirchenkreises als wichtigen Teil seiner Aufgaben an.

Begonnen hatte die Synode mit einem Gottesdienst in der Hochelheimer Kirche, musikalisch gestaltet von Kreiskantor Dietrich Bräutigam an der Orgel und einer »Pfarrerband«.

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