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Selbst in unkomplizierten Fällen dauert eine Grippeerkrankung fünf bis sieben Tage. (Archivfoto: dpa)

Influenza

So entwickeln sich die Grippefälle im Kreis Gießen

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Die neusten Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, im vorigen Winter gab es verhältnismäßig wenige Influenza-Infektionen im Kreis. Doch das sei kein Trend, sagen Experten und raten zu Impfungen.

Herbstzeit heißt immer auch Grippezeit. Und so weisen die hiesigen Ärzte und Krankenkassen vehement auf Impfschutz hin. Zwar verlief die vergangene Grippesaison im Landkreis Gießen etwas schwächer als in der Vorsaison. Von Oktober 2018 bis Mai 2019 wurden hierzulande 665 Influenza-Infektionen gemeldet, 2017/2018 gab es im gleichen Zeitraum im Kreis Gießen 730 registrierte Fälle. Das berichtet die IKK classic in Hessen anhand aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts.

Ein Trend sei das allerdings nicht, sagt Sven Keiner von der IKK classic: "Das Ausmaß der Grippewelle schwankt von Jahr zu Jahr. Meist folgt einer schwachen Grippesaison ein Winter mit vielen Erkrankungen." Während in der nasskalten dritten Jahreszeit eher harmlose Erkältungen - also grippale Infekte - grassieren, hat die echte Grippe (Influenza) um die Jahreswende ihre Hochphase und dauert oft bis April an.

Wer sich für die kommende Grippesaison wappnen will, kann sich impfen lassen. "Der Herbst ist dafür die beste Zeit. Eine Impfung wird besonders allen Risikopatienten empfohlen, zu denen Menschen über 60 Jahren, Schwangere, medizinisches Personal und Personen mit chronischen Erkrankungen zählen", erklärt Keiner.

Vor allem für Menschen mit Grundkrankheiten oder einem schwachen Immunsystem könne eine Influenza-Infektion einen schweren oder gar lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf nehmen.

Für die genannten Risikopatienten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten. Wer Fragen zur Impfung hat, kann sich an seinen Hausarzt wenden. Die Krankenkassen empfehlen zudem einen regelmäßigen Blick in den Impfpass: Die Impfung gegen Grippe muss jedes Jahr erneuert werden. Andere Impfungen, wie etwa gegen Tetanus, Diphtherie oder Keuchhusten, werden im Erwachsenenalter in der Regel alle 10 Jahre aufgefrischt.

Wie schwerwiegend ein Krankheitsverlauf bei Grippe sein kann, verdeutlichen Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. So sterben weltweit jedes Jahr zwischen 290 000 bis 650 000 Menschen an durch Influenzaviren hervorgerufenen Atemwegserkrankungen.

Nach einer Ansteckung zeigen sich bei ungefähr einem Drittel der Betroffenen schwere Krankheitszeichen wie beispielsweise plötzliches hohes Fieber über 38,5 Grad, trockener Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Bei etwa einem weiteren Drittel verläuft die Grippe milder. Selbst in unkomplizierten Fällen dauert die Erkrankung allerdings fünf bis sieben Tage. Ein Drittel erkrankt zwar nicht, kann aber andere Menschen mit Grippe anstecken.

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