Landrätinnen, Bürgermeister, Ortsvorsteher und interessierte Bürger beim "Kick-off" in Ilschhausen. FOTO: VH
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Landrätinnen, Bürgermeister, Ortsvorsteher und interessierte Bürger beim "Kick-off" in Ilschhausen. FOTO: VH

Ende der Ziellosigkeit

  • vonVolker Heller
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Ebsdorfergrund/Rabenau(vh). Als Geheimtipp einer romantischen Gastwirtschaft schlechthin darf die "Wilhelmshöhe" etwas außerhalb von Ilschhausen gelten. Gelegen mitten in der Feldflur, direkt am Radweg von Allendorf im Lumdatal nach Marburg. Freitagabend versammelten sich hier etliche Blechkarossen und Fahrräder. Dazugehörende Menschen lauschten zunächst dem Gesang von Constanze Faulenbach aus Staufenberg. Um sodann die Vernetzung der Radwege zwischen dem Lumdatal und Ebsdorfergrund zu feiern.

Versammelt waren die Landrätinnen Anita Schneider (Gießen ) und Kirsten Fründt (Marburg-Biedenkopf), die Bürgermeister Andreas Schulz (Ebdorfergrund), Peter Gefeller (Staufenberg, Thomas Benz (Allendorf/Lumda) und Florian Langecker (Rabenau). Außerdem Ortsvorsteher und interessierte Bürger.

Schulz, sozusagen Gastgeber der Feierstunde, sprach von einem leuchtenden Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit. Schließlich würden Radwege zwischen jeweils zwei Ortschaften in den Landkreisen Gießen und Marburg-Biedenkopf verbunden bzw. beschildert: von Staufenberg nach Hachborn, von Allendorf/Lumda nach Ilschhausen und von Rüddingshausen nach Wermertshausen. "Grenzüberschreitendes Denken, insofern keine Alltäglichkeit", fördere hoffentlich weiter die gute Nachbarschaft, hoffte Schulz.

Sein Nachbar jenseits der Kreisgrenze, Rabenaus Bürgermeister Langecker, warb für den Umstieg aufs Rad, auch als Ausgleich zum Bürojob. Bisher hätten viele Wege im Wald einfach aufgehört, nun habe der Radler per Beschilderung ein Ziel vor Augen. Das "Ende der Ziellosigkeit" sei in Corona-Zeiten auch ein Mehrwert für die Bürger.

Amtskollege Benz, der für das Tourismuskonzept im Lumdatal eine persönliche "Bürgermeister-Lieblingsroute" ausgeguckt hatte, wird künftig wohl die "Wilhelmshöhe" als Schlenker mitberücksichtigen. Peter Gefeller erwähnte die Finanzierung der Schilder durch beide Landkreise. Und erinnerte augenzwinkernd an die Zeit, als während des Baus der B 3 die Brücke bei Staufenberg längst gebaut war, derweil die Straßenanschlüsse aber auf sich warten ließen. Der Volksmund habe das Bauwerk "So-da-Brücke" getauft.

Die Bundesstraße zwischen Gießen und Marburg wertete der Staufenberger als historischen Schritt. Die Radwege würden dieses Band erweitern. Gleichwohl seien sie nicht extra gebaut, sondern nur beschildert worden.

Landrätin Fründt zufolge haben die insgesamt 20 markierten Radkilometer die Funktion einer Querspange vom Lumda-Wieseck-Radweg zum "Lange Hessen-Radweg" im Ebsdorfergrund. Amtskollegin Schneider betonte, das Rad erhalte just zu Corona-Zeiten größere Bedeutung für Berufspendler. Es gehöre in den Alltagsverkehr, sollte mit dem öffentlichen Nahverkehr noch besser verknüpft werden. Schneider äußerte schließlich die Idee für eine Lieblings-Radrunde aller Bürgermeister.

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