Vor Halloween appellieren die Bürgermeister im Kreis Gießen an die Vernunft der Bürger.
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Vor Halloween appellieren die Bürgermeister im Kreis Gießen an die Vernunft der Bürger.

Gruselfest

Halloween im Kreis Gießen: Bürgermeister stehen vor einem Problem

  • vonChristina Jung
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Süßes oder Saures? In diesem Jahr eher nicht. Angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen appellieren Bürgermeister im Kreis Gießen an die Vernunft der Halloweenfans. Zu Hause bleiben ist angesagt.

Sie kommen als Gespenster, Hexen oder Monster und sie fordern: Süßes, sonst gibts Saures! Für viele Kinder ist der Abend des 31. Oktobers ein großes Ereignis. Doch angesichts der rasanten Entwicklung des Infektionsgeschehens und den damit einhergehenden Corona-Maßnahmen ist ein so kontaktintensives Treiben derzeit kaum denkbar, zumal der Landkreis am Montag eine neue Allgemeinverfügung mit weiteren Einschränkungen angekündigt hat.

Da sich ausgemachte Grusel-Fans aber vielleicht nicht von ihrer alljährlichen Tradition abhalten lassen, appellieren einige Bürgermeister vorab noch einmal an die Vernunft der Menschen.

Nicht überall Kontrollen: Halloween in Gießen ein Risiko für Gefährdete

Staufenbergs Rathauschef Peter Gefeller rät in einer Pressemitteilung dazu, in diesem Jahr auf Halloween-Touren zu verzichten. »Wenn Kinder an Türen klingeln, ist ihnen nicht bekannt, ob die Personen, die dort wohnen, unter Quarantäne stehen oder gar positiv getestet sind. Sie könnten damit eventuelle Infektionen weiterverbreiten«, so Gefeller, der für den Samstagabend verstärkte Kontrollen ankündigt. Außerdem, warnt der Bürgermeister weiter, bedeute das Um-die-Häuser-ziehen ein Risiko für besonders gefährdete Menschen, und Kontaktnachverfolgungen seien nicht möglich.

»Ich kann deshalb nur alle Eltern dringend auffordern, mit ihren Kindern zuhause zu bleiben und geplante Halloweentouren ausdrücklich zu verbieten«, so Gefeller. An alle anderen richtet er die dringliche Bitte, die Haustüren nicht zu öffnen.

Auf Selbstverantwortung setzen

Ähnlich mahnende Worte sind auch aus anderen Städten und Gemeinden zu hören. »Wir appellieren an die Bevölkerung, dass sie sich verantwortungsvoll verhält, und ich gehe davon aus, dass die Mehrheit vernünftig ist«, sagt Fernwalds Bürgermeister Stefan Bechthold. Auch Biebertals Rathauschefin Patricia Ortmann hofft und setzt »auf die Selbstverantwortung und Sorgfalt der Eltern«, was die Halloween-Touren angeht. Dem Ordnungsamt seien keine größeren Partys für diesen Abend bekannt, und eine größere Halloween-Szene gebe es in Biebertal nicht. Kontrollen sind deshalb nicht vorgesehen. Anders in Fernwald, wo derzeit jeden Tag kontrolliert werde, ob die Verordnungen eingehalten würden.

In der Nachbarkommune Lich sieht Bürgermeister Dr. Julien Neubert im Halloweenabend eine Gefahr. »Jeder Kontakt birgt ein Riskio, deshalb gibt es ja die Beschränkungen«, so der Licher Verwaltungschef. Doch Kontrollen sind für Samstag nicht vorgesehen.

»Ich habe zwei Mitarbeiter die ich dafür einsetzen kann, aber acht Stadtteile. Wo soll ich da anfangen«, erläutert er die Problematik, die sich auch in anderen Kommunen im Landkreis stellen dürfte, zumal es sich um ein Zeitfenster von maximal drei bis vier Stunden handelt. »Woher soll die Stadtpolizei wissen, wo und wann wie viele Kinder unterwegs sind?«

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