Die Käserei Birkenstock will dem Standort Hüttenberg treu bleiben. FOTO: PAD
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Die Käserei Birkenstock will dem Standort Hüttenberg treu bleiben. FOTO: PAD

Einstimmig für Handkäs

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Handkäs kommt aus Hüttenberg - und das soll auch in Zukunft so bleiben: Damit die Käserei Birkenstock ihren Betrieb erweitern kann, soll nun ein neues Gewerbegebiet am Ortsrand Richtung Lang-Göns ausgewiesen werden.

Mögen sich die Gemeindevertreter in Hüttenberg sonst nicht immer einig sein, bei diesem Thema gab es gar keine Diskussion: Handkäs muss aus Hüttenberg kommen. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, mussten nun die erforderlichen Weichen gestellt werden.

Seit über 60 Jahren hat die Käserei Birkenstock ihren Sitz in Hüttenberg. Nun suchte der Familienbetrieb nach einem neuen Standort. Prokurist Nils Birkenstock sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass das in den 1990er Jahren bezogene Betriebsgelände im Hüttenberger Gewerbegebiet zu klein geworden sei. Unter anderem sind die Grenzen der Kühlkapazitäten erreicht.

Mehr Platz wird jedoch dringend gebraucht, da die Produktionen der Käserei Mack und der Käserei Birkenstock an einem Standort zusammengefasst werden sollen. Im Zuge des Neubaus ließen sich zudem Arbeitsabläufe verbessern und die sich stets verschärfenden Auflagen für die Lebensmittelproduktion leichter erfüllen. "Außerdem hätten wir dann die Möglichkeit, eigenen Sauermilchquark herzustellen", sagte Birkenstock. Bislang wird dieser aus Schleswig-Holstein nach Mittelhessen transportiert. Der Sauermilchquark ist die Basis eines jeden Handkäses.

Das war schon in den 1950er-Jahren so, als Heinrich Birkenstock auf den Wochenmärkten der Region neben Eiern, Butter und Wurst auch Handkäs verkaufte. Dieser war allerdings zugekauft. Sein Schwiegervater Karl Mack riet ihm dazu, den Handkäs selbst herzustellen. Wurden damals 50 Kilogramm pro Woche hergestellt, sind es heute über 35 Tonnen. Die Nachfrage ist konstant gut.

Seit über 60 Jahren hat der Familienbetrieb seinen Sitz in Hüttenberg - und das soll nach Möglichkeit in Zukunft auch so bleiben: "Wir wohnen und leben hier, haben kurze Wege, um nach dem Käse zu schauen", sagte Nils Birkenstock. "Handkäs gehört nach Hüttenberg. Wenn es die Möglichkeit gibt, hier weiterzumachen, sind wir froh, wenn wir das machen können." Auch die rund 35 Mitarbeiter würde es freuen, wenn sich ihr Arbeitsweg nur um ein paar Hundert Meter ändert.

Die Gemeindevertretung stimmte in ihrer Sitzung am Montagabend einstimmig "pro Hüttenberger Handkäs": Am Ortsausgang Richtung Lang-Göns soll ein 3,2 Hektar großes neues Gewerbegebiet ausgewiesen werden, die Bebauungspläne für das Areal am Raumbacher Berg nun offengelegt werden. Ende des Jahres könnte der Bebauungsplan dann endgültig beschlossen werden.

Bei der Käserei Birkenstock hofft man, 2021 mit dem Neubau beginnen zu können. Geplant ist nach derzeitigem Stand eine 110 mal 61 Meter große Fabrikhalle mit Lagerflächen, Fabrikationsräumen und einem Logistikbereich. Die Arbeitsplätze sollen dabei erhalten bleiben, langfristig könnten durch die neue Sauermilchquarkproduktion sogar Stellen hinzukommen.

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