Für einen besseren "Mittelhessen-Express"

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Gießen(pm/so). Mit Freude beobachtet die AfD-Fraktion im Kreistag die seit Jahren steigenden Fahrgastzahlen im Schienen-Personennahverkehr in Mittelhessen, besonders in den ins Ballungsgebiet Rhein-Main führenden Zügen. Zugleich wächst aber auch die Sorge, dass die angebotenen Fahrzeugkapazitäten dem zu erwartenden - und erwünschten - weiteren Fahrgastzuwachs nicht mehr gerecht werden können, sagt Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Reitz. Die Forderung der AfD deshalb: Der Einsatz von zweistöckigen Wagen. Denn die haben rund 30 Prozent mehr Platz zum Befördern von Passagieren.

Die anderen Fraktionen im Kreistag sind in der Sache grundsätzlich dabei - aber der AfD-Antrag wurde am Mittwoch im Infrastrukturausschuss abgelehnt und durch einen Antrag der Koalition von SPD, FW und Grünen ersetzt. Ergänzt wurde dieser zudem von der Union. Kritik der Mehrheit: Es sei im Ausschreibungsverfahren aus wettbewerbsrechtlichen Gründen einfach nicht zulässig, explizit zweistöckige Wagen zu ordern.

Empfohlen hat der Fachausschuss nach eingehender Beratung, die Situation verbessern zu wollen. Neben anderen Zügen eben auch durch eine bessere Vertaktung oder mehr Direktverbindungen. Nicht zuletzt soll eine früher schon einmal bestehende interfraktionelle Arbeitsgruppe wieder eingesetzt werden, die sich des Themas annimmt.

AfD-Sprecher Manfred Abendroth mutmaßte, hier handele es sich um einen "Schaufensterantrag" der Koalition oder einen "AfD-Verhinderungsantrag", wurde aber von der Mehrheit aller anderen überstimmt.

Der Hintergrund: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund bereitet gerade die Ausschreibung des "Mittelhessen-Express" vor. In diesem Verfahren besteht die Möglichkeit, für die kommenden Jahre die Leistungen für die Fahrgäste zu verbessern. Mit dem Ergebnis dieser Ausschreibung soll die Verkehrsleistung des "Mittelhessen-Express" ab Dezember 2023 für voraussichtlich zwölf Jahre festgelegt werden. Laut AfD sind die bislang vorhandenen Züge bereits heute am Rande ihrer Kapazität angelangt; hinzu kommen laut AfD Klagen der Fahrgäste über Komfortmängel dieser Züge (Sitze, Steckdosen, usw.).

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