1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen

Eine Zeitung für die Leser

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Burkhard Bräuning

Kommentare

bb_kommentarbild_4c
Burkhard Bräuning © Red

75 Jahre »Gießener Allgemeine« - ein Grund zum Feiern. Auch für unseren Verlag MDV. Und die Schwesterzeitungen »Alsfelder Allgemeine« und »Wetterauer Zeitung«.

Eine richtige Feier stellen wir alle uns doch so vor: Man lädt sich Gäste ein, Familie, Verwandte, alte und neue Freunde, Nachbarn, Partner und Kunden. Man reicht gutes Essen, bietet allerlei Getränke an. Man erhebt das Glas, dankt für das Gute, stößt auf die Zukunft an. All das war Teil unseres Plans: Doch Corona machte auch uns einen Strich durch die Rechnung. Wir tragen es mit Fassung. Denn es geht ja allen so. Jubiläen und andere Gründe zum Feiern gibt es jeden Tag und überall: Im Privaten, in Firmen und Schulen, in Vereinen und Verbänden, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir alle mussten und müssen noch immer auf die Bremse treten. Aber wir machen das nicht nur, weil wir es müssen, sondern auch, weil wir den Sinne dahinter sehen.

Also kein Festakt, kein Tag der offenen Tür. Aber wir erinnern an das, was war. Wir haben ältere Leser zu Wort kommen lassen - und junge auch. Wir haben eine Serie gestartet, von der bis heute schon fast 40 Teile erschienen sind. Wir haben über 75 Jahre Nachkriegsgeschichte geschrieben. Über das, was war: In der Welt, in Deutschland, in Hessen, in der Region. Was hat die Leser in dieser Zeit bewegt, was hat ihnen Angst gemacht, worüber durften sie sich freuen?

Heute verteilen wir unsere Jubiläums-Sonderausgabe. Und auch hier stehen die Leser wieder im Zentrum. Denn wir erzählen vom Leben in der Mitte Hessens. Von den Vereinen, in denen Zehntausende Menschen in den drei Landkreisen Gießen, Vogelsberg und Wetterau aktiv sind. Wir schreiben darüber, wie Gemeinden organisiert sind, wie sie funktionieren, wie sie »regiert« werden. Wir gehen der Frage nach, wie wir mit allem versorgt werden, was wir brauchen. Mit Strom und Wasser zum Beispiel. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erzählt von seinen ganz persönlichen Erinnerungen an die Nachkriegsgeschichte. Der Physiker Harald Lesch äußert sich über den Klimawandel und seine Folgen.

Wir schauen aber auch nach innen: Wie entsteht eine Zeitung? Wer arbeitet daran mit? Wie wird eine Ausgabe geplant, wie kommt es (Achtung Scherz!), dass immer alle Seiten gefüllt sind? Professor Claus Leggewie von der Uni in Gießen setzt sich zudem mit der Frage auseinander, wie es im Jubiläumsjahr um die Pressefreiheit bestellt ist. Unsere Kollegen von der »Wetterauer Zeitung« und der »Alsfelder Allgemeinen« stellen ihre Landkreise vor. Die Redakteure, die für die Kommunen im Landkreis Gießen zuständig sind, erzählen aus ihrer ganz persönlichen und höchst subjektiven Sicht, wie sie so sind, ihre Städte und Gemeinden. Der frühere stellvertretende Chefredakteur und Sportchef Gerhard Steines setzt sich noch mal an den »Sport-Stammtisch«. Wir sind sicher: Diese Kolumne wird vielen nicht gefallen.

In der heutigen Ausgabe unserer drei Tageszeitungen finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, einen weiteren Beitrag über Harald Lesch. Er nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch die Welt der Physik und der Philosophie. Er erzählt von seiner Kindheit in Mücke-Nieder-Ohmen, vom Sternenhimmel, und davon, wie er ein TV-Star wurde. Kanzleramtsminister Helge Braun gewährt einen Einblick ins Zentrum der Macht. Unter dem Arbeitstitel »In schönen Dingen den Sinn entdecken« beschreibt unsere ehemalige Feuilletonredakteurin Marion Schwarzmann 75 Jahre Nachkriegskultur. Und damit ist noch nicht alles verraten, was wir für Sie zusammengestellt haben. Wir schreiben über das, über das wir immer schreiben, aber eben einmal aus einem anderen Blickwinkel. Wir laden Sie nun ein: Gehen Sie mit uns durch 75 Jahre Zeitungs- und Zeitgeschichte.

Die Zeitungslandschaft, die Inhalte der Blätter und die Aufmachung haben sich verändert. Technisch fand eine Revolution statt. Aber das ist in anderen Branchen nicht anders. Was geblieben ist: Zeitungen und natürlich auch alle Journalisten sind der Wahrheit verpflichtet. Auch im Zeitalter der »alternativen Fakten« und der sogenannten »Fake News«. Wir dürfen nur solche Informationen verbreiten, deren Wahrheit wir zuvor sorgfältig geprüft haben. Das ist den Redakteuren dieser Zeitung in 75 Jahren (fast) immer gelungen. Weil wir uns an Presserecht und Pressekodex gehalten haben. Das ist eine Verpflichtung, die wir auch für die Zukunft eingehen. Wir versprechen, dass wir für Sie, unsere Leserinnen und Leser, weiterhin eine Zeitung machen, die glaubwürdig, kritisch, unabhängig, aktuell und unterhaltsam ist.

Wir danken allen, die an dieser Beilage mitgewirkt, die uns ihre Zeit geschenkt haben.

phk_kommentarbild_4c
Philipp Keßler © Red

Auch interessant

Kommentare